Wenn Sie jahrelang nach einem Weg gesucht haben, YouTube Shorts von Ihrem Telefon zu entfernen – nicht über Drittanbieter-APKs oder Browser-Workarounds, sondern offiziell – dann ist der Moment gekommen. Google hat die Bildschirmzeit-Einstellungen in seiner mobilen App für Android und iOS stillschweigend aktualisiert: Nun kann man das Anschauerlebnis für Shorts auf 0 Minuten begrenzen, was die Registerkarte faktisch unzugänglich macht.
Was sich geändert hat und wie es funktioniert
Die Funktion „Shorts Feed Limit" existierte bereits seit Oktober letzten Jahres – aber die Mindestschwelle betrug 15 Minuten. Nun ermöglicht ein Nullwert eine vollständige Sperrung des Feeds. Der Pfad: Registerkarte „Sie" → Einstellungssymbol → „Bildschirmzeit verwalten" → „Shorts Feed Limit".
Wie NewsBytesApp berichtet, ist die neue Option bereits für reguläre Konten und Teenager-Konten verfügbar. Für Jugendliche, deren Profile über Google Family Link verwaltet werden, treffen die Eltern die Entscheidung: Wenn sie Null einstellen – sieht das Kind keinen einzigen Short.
„Das Shorts Feed Limit ist eine einzigartige Funktion, die einem der ablenkendsten Elemente von YouTube direkt entgegenwirkt und Nutzern die Kontrolle oder sogar die vollständige Beseitigung des Daumenscrollings aus ihrem Erlebnis gibt".
NewsBytesApp
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Der Kontext macht diese Nachricht interessanter als eine bloße technische Notiz. Shorts ist keine Wohltätigkeitsorganisation von Google. Nach Angaben von Wikipedia hatten Shorts bis November 2025 über 9 Billionen Aufrufe gesammelt – etwa 70 Milliarden pro Tag. Das ist ein kolossales Werbe-Asset.
Gleichzeitig ist die Monetarisierung für Autoren dort nach einer Analyse von AIR Media-Tech mickrig: 25.000 Aufrufe eines Shorts bringen ungefähr $0,30 – während die gleiche Anzahl von Aufrufen eines langen Videos früher $100 einbrachte. Shorts sind also für die Plattform vorteilhaft als Mechanismus zur Reichweite und zum Engagement, aber nicht als Einnahmeinstrument für Creator.
In diesem Kontext ist die Schaltfläche „Ausschalten" ein Zugeständnis unter Druck von Regulatoren und öffentlichen Diskussionen über die Abhängigkeit von Kurzvideos, besonders unter Jugendlichen. Nicht Altruismus, sondern ein kontrolliertes Ventil.
Was das in der Praxis bedeutet
- Wenn Sie Eltern sind – bietet Family Link nun ein echtes Werkzeug statt einer Illusion von Kontrolle.
- Wenn Sie ein Channel-Autor sind – hat eine Zielgruppe, die Shorts bewusst deaktiviert, ohnehin wahrscheinlich lange Videos angesehen. Die Verluste sind minimal.
- Wenn Sie einfach nur ein Nutzer sind – brauchen Sie zum ersten Mal seit Jahren keine Workarounds: keine ReVanced, keine Desktop-Ansicht im Browser, kein App-Downgrade.
Die Funktion wird schrittweise eingeführt, daher sehen einige Nutzer die Option mit null Limit in ihren Einstellungen noch nicht.
Die Frage ist nicht, ob Menschen diese Schaltfläche nutzen werden – sie werden es. Die Frage ist, ob Google diese Logik auf seinen Empfehlungsalgorithmus insgesamt anwenden wird: Wenn das Null-Limit für Shorts beliebt wird, wird der nächste Druck auf Autoplay und den endlosen Feed fallen – und dann wird das Unternehmen zwischen Engagement-Metriken und dem Ruf einer Plattform, der die Eltern vertrauen, wählen müssen.
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