600.000 Kiewer verließen die Stadt nach den Angriffen: Klitschko warnt vor kritischer Versorgungslage

Nach den Angriffen am 9. Januar haben etwa 600.000 Menschen Kiew verlassen — nicht nur aus Angst, sondern wegen der zerstörten Infrastruktur. Wir analysieren, was das für die Sicherheit, das Leben in der Stadt und die nächsten Schritte der Behörden und ihrer Partner bedeutet.

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Kurz: Ausmaß der Abwanderung

Der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, berichtete, dass nach den russischen Angriffen am 9. Januar etwa 600 000 Einwohner die Stadt verlassen haben. Die Information wurde von UNN unter Berufung auf The Times verbreitet. Das ist nicht nur eine Statistik — es zeigt, wie Angriffe auf die Infrastruktur die Demografie und den Lebensrhythmus der Hauptstadt verändern.

Was mit der Versorgung geschehen ist

Laut Klitschko blieben infolge der Angriffe zahlreiche Gebäude ohne Heizung: Derzeit sind etwa 5 600 Mehrfamilienhäuser ohne Wärme. Der Bürgermeister nannte das Beispiel, dass es in einigen Wohnungen so kalt sei, dass das Wasser in den Toiletten gefriere. Die Regierung berichtete, dass die Wasserversorgung in Kiew nach dem erneuten feindlichen Angriff in der Nacht zum 20. Januar vollständig wiederhergestellt worden sei; zugleich erklärte Präsident Selenskyj am 20. Januar, dass mehr als eine Million Verbraucher weiterhin ohne Strom seien.

„Nicht alle haben die Möglichkeit, die Stadt zu verlassen, aber derzeit nimmt die Einwohnerzahl ab“

— Witali Klitschko, Bürgermeister von Kiew

Warum das wichtig ist

Angriffe auf kritische Infrastruktur haben mehrere Effekte gleichzeitig: Sie zwingen Menschen zur Evakuierung, erhöhen die Belastung für Evakuierungs- und Hilfslogistik und schaffen zusätzliche Risiken für Gesundheit und Sicherheit derjenigen, die bleiben. Analysten weisen darauf hin, dass das Abschalten von Heizung und Strom im Herbst oder Winter die Wahrscheinlichkeit humanitärer Probleme deutlich erhöht, selbst wenn die direkten Verluste durch Beschuss relativ lokal begrenzt sind.

Was als Nächstes zu tun ist

Kurzfristig muss die Wiederherstellung der Wärmeversorgung beschleunigt, Krankenhäuser und kritische Einrichtungen mit Generatoren versorgt und Hilfskorridore für diejenigen eingerichtet werden, die weggefahren sind oder keinen Ort zur Evakuierung haben. Mittelfristig und langfristig gewinnt der Schutz der Infrastruktur und die Modernisierung der Systeme an Bedeutung, damit Angriffe in Zukunft nicht zu massenhaften Umsiedlungen führen.

Jetzt ist es wichtig, dass Hilfszusagen von Partnern in konkrete Lieferungen von Ausrüstung, Reparaturteams und Finanzmittel für die Wiederherstellung umgesetzt werden. Ohne dies kann die Zahl von 600 000 nur die erste Seite eines großen sozialen Problems bleiben.

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