Was passiert ist
Nach dem nächtlichen Angriff Russlands auf Energieanlagen in Kiew sind 173.000 Familien weiterhin ohne Strom. Nach Angaben des Energieunternehmens DTEK wurde der Strom bereits in 162.000 Haushalten wiederhergestellt; die Zahl der Betroffenen lag zunächst bei über 335.000.
„Infolge des nächtlichen Angriffs auf Energieanlagen der Hauptstadt blieben mehr als 335.000 Kiewer ohne Strom. Stand jetzt wurde der Strom in 162.000 Haushalten wiederhergestellt. Weitere 173.000 Familien sind vorübergehend ohne Licht.“
— DTEK, Pressestelle
Wo es am schwierigsten ist
Nach offiziellen Angaben der Kiewer Stadt-Militärverwaltung ist die Lage im Desnjanskyj-Bezirk am schlimmsten. Auch in den Bezirken Petscherskyj, Holosiivskyj, Darnyzkyj und Solomjanskyj werden ernsthafte Probleme gemeldet.
- Desnjanskyj-Bezirk — fast 100 % der Häuser ohne Heizung und Strom;
- Petscherskyj-Bezirk — fast 100 % der Häuser ohne kalte Wasserversorgung und mit Problemen bei der Stromversorgung;
- Holosiivskyj, Darnyzkyj und Solomjanskyj — etwa 40 % der Verbraucher ohne Wärmeversorgung.
„Die schlechteste Situation wird derzeit im Desnjanskyj-Bezirk festgestellt“, sagte die Sprecherin der Kiewer Stadt-Militärverwaltung Kateryna Pop.
— Kateryna Pop, Sprecherin der Kiewer Stadt-Militärverwaltung
Warum die Entleerung der Systeme angekündigt wurde und was das bedeutet
Die geplante oder notfallmäßige Entleerung der Heizungssysteme ist eine technische Maßnahme, die manchmal notwendig wird, wenn aufgrund von Stromausfällen keine Zirkulation des Wassers aufrechterhalten werden kann. Sie dient der Prävention, um das Einfrieren von Rohrleitungen und großflächige Brüche zu vermeiden, die langfristig größere Probleme für die Bewohner verursachen würden.
„Obwohl in einigen Gebäuden aufgrund dieser Probleme mit der Stromversorgung, dem Ausfall der Wasserversorgung sowie der Wärmeversorgung eine technische Maßnahme zur Entleerung der Heizsysteme erforderlich sein wird, um das Einfrieren der Rohrleitungen zu verhindern (...) wird dies heute in vielen Häusern durchgeführt werden... Daher sollten sich die Bewohner an ihre Verwalter wenden, damit diese über das vorübergehende Fehlen der kommunalen Dienstleistungen informieren.“
— Kateryna Pop, Sprecherin der Kiewer Stadt-Militärverwaltung
Was die Dienste tun und was die Bewohner tun können
Die Energieversorger arbeiten ununterbrochen an der Wiederherstellung der Versorgung und an der Priorisierung kritischer Infrastruktur. In Kiew gibt es Notabschaltungen — Zeitpläne werden nicht angewendet, Reparaturen erfolgen nach Priorität der Sicherheit von Menschen und der Lebenssicherung der Stadt.
- Die Stadt richtet Notfallzentren („Punkte der Unbeugsamkeit“) und Wärmezentren ein: derzeit über 1.300 Punkte der Unbeugsamkeit und etwa 100 Wärmezentren des DSNS;
- Wenn in Ihrem Gebäude eine Entleerung der Systeme geplant ist — nehmen Sie Kontakt mit dem Verwalter oder der OSBB (Eigentümergemeinschaft) auf, erkundigen Sie sich nach den Arbeitszeiten und Möglichkeiten zur Wasserzufuhr;
- Halten Sie warme Kleidung, Trinkwasser und Medikamente bereit; koordinieren Sie sich nach Möglichkeit mit Nachbarn, besonders mit älteren Menschen.
Kontext und Prognose
Angriffe auf die Energieversorgung sind Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die Funktionsfähigkeit von Städten zu untergraben und zusätzlichen Druck auf die Zivilbevölkerung auszuüben. Deshalb sind die Prioritäten derzeit: schnelle Wiederherstellung, Abstimmung zwischen Energieversorgern, Stadtverwaltung und Rettungsdiensten sowie die Sicherheit der Reparaturteams.
Kurzfristig müssen sich die Bewohner auf vorübergehende Unannehmlichkeiten einstellen. Die mittelfristige und langfristige Wiederherstellung des Energiesystems hängt vom Zugang zu Materialien, der Möglichkeit, sicher in den beschädigten Bereichen zu arbeiten, und der Schnelligkeit der Logistik ab. Das Energieministerium und die lokalen Behörden koordinieren die Arbeiten — dieser Prozess bemisst sich in Stunden und Tagen, nicht in Minuten.
Fragen für die nächsten Schritte: Wird es gelingen, die Reparaturarbeiten ohne zusätzliche Ressourcen zu beschleunigen, und wie effektiv wird die Koordination zwischen Betreibern, Stadtverwaltung und freiwilligen Netzwerken sein? Von der Antwort hängt die Geschwindigkeit der Rückkehr zu einem normalen Leben in den am stärksten betroffenen Bezirken ab.