Was geschah
In der Nacht zum 24. Januar haben russische Streitkräfte Kiew massiv beschossen, wobei einzigartige Denkmäler des Nationalen Reservats Kyjiw‑Petscherska-Lavra beschädigt wurden. Nach Angaben des Kulturministeriums der Ukraine und Berichten von UNN ist dies der erste Fall der Zerstörung einer Heiligstätte infolge von Kampfhandlungen seit dem Zweiten Weltkrieg.
Was genau beschädigt wurde
Der Haupttreffer traf das Gebäude Nr. 66 (Eingangsbereich zu den Fernen Höhlen) und Gebäude Nr. 67 — die Kirche der Empfängnis der Heiligen Anna. Mitarbeiter des Reservats dokumentierten eingeschlagene Fenster, beschädigte Türen, zahlreiche Risse und Abplatzungen an den Fassaden.
«Täglich greift Russland die Ukraine an. Die Beschädigung der Objekte der Kyjiw‑Petscherska‑Lavra ist ein Angriff der RF auf das Weltkulturerbe, ein Verbrechen gegen das Kulturerbe der Menschheit»
— Tetiana Berezhna, Vizepremierministerin — Kulturministerin
Warum das wichtig ist
Erstens stehen diese Objekte unter Schutz der UNESCO, sodass ihre Beschädigung nicht nur eine symbolische, sondern auch eine völkerrechtliche Dimension hat: Schäden an Kulturgütern werden dokumentiert, um sie als Beweismittel bei internationalen Instanzen vorzulegen. Zweitens stärkt dies die Argumentation der Ukraine in diplomatischen und juristischen Verfahren — laut Kulturministerium wurden seit Beginn der großangelegten Invasion mehr als 1.600 Denkmäler beschädigt, im Jahr 2025 wurden 307 Schadenfälle registriert.
Reaktionen und erste Schritte
Vor Ort war eine kriminalpolizeiliche Einsatzgruppe im Einsatz — es wird ein offizieller Bericht über ein Kriegsverbrechen gegen Kulturgüter erstellt. Am 26. Januar begann eine vertiefte technische Untersuchung der Bauwerke, um so schnell wie möglich mit der operativen Konservierung und der Planung von Wiederherstellungsarbeiten zu beginnen.
«Zuletzt wurden Zerstörungen infolge militärischer Handlungen auf dem Gelände der Lavra während des Zweiten Weltkriegs festgestellt. Besonderen Zynismus verleiht diesem Verbrechen, dass das Heiligtum in diesem Jahr sein 975‑jähriges Jubiläum begeht»
— Maksym Ostapenko, Generaldirektor des Nationalen Reservats Kyjiw‑Petscherska‑Lavra
Kurzprognose
Die Schäden an der Lavra sind nicht nur physische Beschädigungen von Stein und Fresken. Sie sind ein Schlag gegen das kulturelle Gedächtnis der Ukrainer und ein wichtiges Beweismittel in internationalen Verfahren zu Kriegsverbrechen. Die nächsten Schritte müssen klar sein: vollständige Dokumentation der Schäden, zügige Konservierung, internationale technische und finanzielle Unterstützung für Restaurierungsarbeiten. Partner können und müssen mit Ressourcen reagieren, nicht nur mit Erklärungen — davon hängt ab, wie schnell und in welcher Qualität die Seiten unserer gemeinsamen Geschichte wiederhergestellt werden.