Warteschlangen an der Grenze von mehr als vier Stunden: Wie «єЧерга» Millionen von Passagieren Zeit und Würde zurückgeben kann

Das stundenlange Warten an der Grenze ist nicht nur eine Unannehmlichkeit. Es bedeutet verlorene Arbeitsstunden, zusätzliche Kosten und eine Herausforderung für die nationale Mobilität. Wir analysieren die Ergebnisse einer Umfrage des Ministeriums für Regionalentwicklung und die Schritte, die die Situation verändern könnten.

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Worum es geht

Eine Umfrage des Ministeriums für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien mit Unterstützung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und EU-Finanzierung ergab: Die durchschnittliche internationale Busreise aus der Ukraine dauert 24 Std. 25 Min., davon verbringen die Fahrgäste mehr als 4 Stunden an der Grenze. Während die Grenzformalitäten bis zu 2 Stunden dauern — entfällt die übrige Zeit auf das Warten in der Schlange.

In Zahlen

Die Studie umfasste 542 Fahrgäste, die seit Juni 2025 mit dem Bus aus der Ukraine ins Ausland gereist sind. Innerhalb eines Jahres sank die durchschnittliche Reisedauer von 30,8 auf 24,4 Stunden, und die durchschnittliche Wartezeit an der Grenze verringerte sich von 7,1 auf 4,7 Stunden — die Unannehmlichkeiten bleiben jedoch spürbar.

Die beliebtesten Ziele: Polen — 34 % der Fahrten, Moldau und Deutschland — jeweils 12 %. Insgesamt entfallen mehr als die Hälfte der Fahrten auf Nachbarländer.

Hauptprobleme, auf die Fahrgäste hinweisen

Für 28 % der Befragten stellen gerade lange Warteschlangen das größte Hindernis dar. Weitere Probleme sind der Komfort in den Bussen (in 47 % der Fälle fehlen Toiletten oder sind defekt) und die Qualität der Infrastruktur an den Grenzkontrollstellen: 47 % bewerteten diese als „gut“ oder „ausgezeichnet“, 29 % als „befriedigend“ und 22 % als „schlecht“ oder „sehr schlecht“.

„Wir gestalten die Verkehrspolitik bewusst auf der Grundlage von Daten und nicht von Annahmen. Die Reform des internationalen Busverkehrs geht nicht um Vorschriften für die Beförderer. Es geht um Komfort, Vorhersehbarkeit und würdige Reisebedingungen für Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer.“

— Serhii Derkach, stellvertretender Minister für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien

Lösungen auf dem Tisch

70 % der Befragten unterstützen die Einführung einer elektronischen Warteschlange an den Grenzübergängen. Das Ministerium plant, die Studienergebnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung des Systems «єЧерга», die Modernisierung der Grenzinfrastruktur und die Erhöhung der Servicestandards zu nutzen. Die Unterstützung durch IOM und die EU bietet technische und finanzielle Möglichkeiten für Pilotprojekte und die Skalierung von Lösungen.

Was das für die Menschen und das Land bedeutet

Kürzere Wartezeiten bedeuten Komfort für Millionen von Fahrgästen, aber auch einen direkten wirtschaftlichen Effekt: weniger Arbeitszeitverluste, geringere Zusatzkosten für Beförderer und Fahrgäste, leichterer Zugang zu Arbeitsmärkten und Dienstleistungen im Ausland. In Kriegszeiten ist zuverlässige Mobilität der Bürger ein Teil der nationalen Widerstandsfähigkeit.

Kurzer Ausblick

Verbesserungen sind bereits sichtbar, doch eine systemische Veränderung erfordert Koordination zwischen Grenzbehörden, lokalen Verwaltungen, Beförderern und internationalen Partnern. Ob «єЧерга» die Wartezeiten um weitere Stunden reduzieren kann, hängt von der Schnelligkeit der Umsetzung, der technischen Einsatzbereitschaft und der Finanzierung ab. Dies ist ein praktischer Test für die Fähigkeit des Staates, Daten in Ergebnisse für die Menschen zu verwandeln.

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