Vorführung und Kontext
Im Saal der Staatlichen Steueruniversität fand die Vorführung eines Dokumentarfilms statt, der den Verteidigern von Irpin gewidmet ist, die im Februar–März 2022 an der Schlüsselstellung am Kontrollpunkt «Жираф» standhielten. An der Veranstaltung nahmen Studierende, Dozierende, Mitarbeitende der Staatlichen Steueruniversität, die Verteidiger selbst, die Familien gefallener Soldaten und das kreative Filmteam teil. Die Vorführung war dem Geburtstag des Kommandanten des Kontrollpunkts, Oleksandr Tkatschenko (Rufzeichen «Сєвас»), gewidmet, was der Veranstaltung eine persönliche Bedeutung verlieh.
Die Fahne als Symbol des Widerstands
Im Mittelpunkt des Films steht die Geschichte einer Kampfstandarte, die Freiwillige umgearbeitet und auf den Positionen gehisst hatten. Die von Splittern und Beschuss gezeichnete Fahne wurde nicht nur zu einem Relikt, sondern zu einem Marker kollektiver Erinnerung: Heute wird sie im Nationalmuseum für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg aufbewahrt, wo sie künftige Generationen sehen können.
„Den Dokumentarfilm hat das Medium «Погляд» in Zusammenarbeit mit den Verteidigern von Irpin und ihren Familien erstellt. Im Zentrum des Films steht die Geschichte der Kampfstandarte...“
— Staatliche Steueruniversität, Pressestelle
Stimmen der Beteiligten
Der Film verknüpft die Erinnerungen der Verteidiger, Berichte ihrer Angehörigen und dokumentarisches Filmmaterial aus den ersten Tagen der großangelegten Invasion. Für viele Zuschauer war die Vorführung emotional – der Film handelt von Menschen, die ihr Leben gaben, um die Ukraine zu verteidigen.
„Diese Fahne hat einen schweren Weg hinter sich und ist Teil unserer Geschichte geworden. Wir haben den Film gemacht, um die Wahrheit über jene Tage und die Erinnerung an unsere Kameraden zu bewahren“
— Verteidiger des Kontrollpunkts «Жираф»
„Die Arbeit an dem Film war für mich eine persönliche Erfahrung. Das Hauptziel ist, die Erinnerung an die Verteidiger zu bewahren und die Gesellschaft an den Preis zu erinnern, den diejenigen zahlen, die das Land auch heute noch verteidigen“
— Marija Marchuk, Co-Autorin des Drehbuchs, Journalistin
Was das bedeutet
Die Vorführung an der Hochschule ist nicht nur eine kulturelle Veranstaltung. Sie ist eine Praxis der Verankerung von Fakten im öffentlichen Gedächtnis: Studierenden und der Gesellschaft werden nicht nur heroische Szenen gezeigt, sondern auch konkrete Zeugnisse und ein Artefakt, das die Geschichte bestätigt. Solche Arbeit ist wichtig, um dem Vergessen und der Verzerrung der Ereignisse entgegenzuwirken.
Nun gilt es dafür zu sorgen, dass solche Filme Teil von Bildungs- und Museumsprogrammen werden – dann wird die Erinnerung an die Verteidiger von Irpin nicht nur in Emotionen weiterleben, sondern auch in für alle zugänglichen Fakten.