Der Staat übernimmt bis zu 30 % der Kosten für Gemüse- und Obstspeicher – wie das Ernte und Arbeitsplätze schützt

Die Regierung hat Förderzuschüsse für neue Lager mit einer Kapazität ab 3.000 Tonnen eingeführt: staatliche Unterstützung bis zu 30 % (aber nicht mehr als 20 Mio. UAH), in den an der Front gelegenen Regionen — bis zu 50 %. Wir analysieren, wem das nützt und welche systemischen Probleme damit gelöst werden sollen.

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Was das Kabinett beschlossen hat

Das Ministerkabinett hat ein Zuschussprogramm für den Bau von Gemüse- und Obsthallen eingeführt. Wie die Premierministerin mitteilte, wird der Staat bis zu 30 % der Baukosten übernehmen (aber nicht mehr als 20 Mio. UAH), vorausgesetzt, der Empfänger kofinanziert und es werden Arbeitsplätze geschaffen.

"Der Staat wird bis zu 30 % der Baukosten übernehmen, aber nicht mehr als 20 Mio. UAH, vorausgesetzt, der Empfänger kofinanziert. Die Unterstützung wird für den Bau neuer Lager mit einer Kapazität ab 3000 Tonnen gewährt und unter der Bedingung der Schaffung von Arbeitsplätzen"

— Юлія Свириденко, Premierministerin

Eine gesonderte Regelung gilt für frontnahe Regionen: Wenn das Unternehmen in Gebieten aktiver oder möglicher Kampfhandlungen angesiedelt ist, kann der Staat bis zu 50 % der Baukosten übernehmen. Voraussetzung ist außerdem, dass das Unternehmen Eigentumsrechte an 80 % der Grundstücke in den vorübergehend besetzten Gebieten besitzt.

Für wen und unter welchen Bedingungen

Die Unterstützung richtet sich auf den Bau neuer Lager mit einer Kapazität ab 3000 Tonnen. Zuschüsse können Agrarproduzenten erhalten, sofern sie kofinanzieren und Arbeitsplätze schaffen — ein wichtiges Signal, dass das Programm nicht nur auf technische, sondern auch auf soziale Rendite ausgerichtet ist.

Warum das wichtig ist

Die Frage der Lagerung ist keine technische Kleinigkeit, sondern der Schlüssel zur Ernährungssicherheit und zu Einkommen der Landwirtschaft. Nach Einschätzungen von Vertretern des Ausschusses der Werchowna Rada für Agrar- und Bodenpolitik fehlten bereits 2023 in der Ukraine schätzungsweise etwa 150–170 Gemüselager. Dadurch können Nachernteverluste bei Obst- und Gemüseprodukten 40–60 % erreichen.

"In der Ukraine gibt es keinen Mangel an Gemüse. Probleme können nur mit dessen Lagerung auftreten."

— Дмитро Соломчук, Mitglied des Ausschusses der Werchowna Rada für Agrar- und Bodenpolitik

Investitionen in Lager reduzieren die saisonale Angebotsvolatilität, dämpfen Preisstürze zur Haupterntezeit und erhöhen langfristig die Rentabilität der Landwirte. Für Verbraucher bedeutet das stabilere Preise und Verfügbarkeit von Produkten außerhalb der Saison.

Erste Fälle und Signal an den Markt

Im Dezember 2025 wurde das Unternehmen "Agroinvest" aus der Region Ternopil zum ersten Empfänger staatlicher Finanzierung für den Bau eines Gemüselagers. Das ist ein wichtiger Präzedenzfall: Der Staat zeigt damit, dass er bereit ist, nicht nur über Unterstützung zu sprechen, sondern auch Geld zu investieren.

Risiken und Beschränkungen

Das Programm beantwortet einen Teil der Probleme, löst sie aber nicht vollständig. Es bedarf außerdem Mechanismen zur Kontrolle der Ausgabeneffizienz, des Zugangs zu günstigen Krediten zur Kofinanzierung und logistischer Infrastruktur für den Transport der Produkte zu den Lagern. In frontnahen Regionen ist die zusätzliche Kostenübernahme aus Sicht der Wiederherstellung des Potenzials logisch, erfordert jedoch klare Sicherheitsgarantien und transparente Verfahren zur Regelung der Landrechte.

Fazit

Diese Initiative ist ein Schritt hin zu größerer Ernährungssicherheit und zur Unterstützung lokaler Arbeitsplätze. Ihre Wirksamkeit wird jedoch davon abhängen, wie schnell das Programm in reale Projekte umgesetzt wird und ob der Agrarsektor Begleitung in Form von Krediten, Logistik und technischer Hilfe erhält. Nun sind die Agrarproduzenten und die lokalen Gemeinden am Zug: Können sie die neuen Möglichkeiten nutzen und staatliche Zuschüsse in dauerhafte Infrastruktur verwandeln — eine strategisch bedeutsame Frage für die kommenden Saisons.

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