Hafer-Export fällt um 98 %: Türkei und Indien stoppen Einkäufe – was das für den Markt bedeutet

Laut «АПК-Інформ» sind die Auslieferungen von Hafer um das 50‑Fache zurückgegangen — das sind nicht nur Zahlen, sondern eine Bewährungsprobe für die Widerstandsfähigkeit des Agrarmarktes. Wir analysieren die Ursachen, die Risiken für die Produzenten und geben einen kurzen Ausblick.

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Was passiert ist

Der Export von Hafer aus der Ukraine sank in den Monaten Januar–Februar 2026 um 98% (auf das 50‑fache reduziert) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025, berichtet die Informations‑ und Analyseagentur „АПК‑Інформ“. Im Januar wurden 506 Tonnen auf Auslandsmärkte verladen, im Februar 215 Tonnen. Im Dezember 2025 entfielen in der Struktur der Verschiffungen 90,3 % auf die Türkei und 4 % auf Indien.

Warum das geschah

Auslöser ist vor allem das Aussetzen der Einkäufe durch die wichtigsten Importeure: Türkei und Indien. Hinzu kamen logistische und versorgungsbedingte Risiken: der Krieg im Nahen Osten und die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran erschwerten die Lieferung von Mineraldüngern. Das erhöht die Unsicherheit der Käufer hinsichtlich künftiger Ernten und zwingt sie, Einkäufe aufzuschieben.

„Trotz minimaler Exportmengen bewahrt der Binnenmarkt stabile Preisindikatoren in den Häfen, was den Produzenten ermöglicht, das Getreide in Erwartung einer Nachfragerevanche zu halten.“

— „АПК‑Інформ“, Informations‑ und Analyseagentur

Folgen für den Markt und die Produzenten

Ungeachtet des Exportrückgangs liegen die inländischen Preisindikatoren in den Häfen im Bereich von 8.900–10.500 UAH/t (CPT‑Hafen). Das ermöglicht vielen Produzenten, Bestände zu halten, anstatt sie zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Für kleine Betriebe, die auf Bargeldzuflüsse angewiesen sind, stellt eine solche Pause jedoch ein erhebliches Risiko dar.

Marktanalysten weisen darauf hin: Sollten Ausfälle bei Düngemittellieferungen zu Ertragsrückgängen führen, könnte dies zu einem Versorgungsschock für den Weltlebensmittelmarkt werden und die Preisvolatilität erhöhen.

Wie es weitergehen kann

Kurzszenario: Die Wiederaufnahme des Exports hängt von zwei Faktoren ab — ob die Türkei und Indien zu Einkäufen zurückkehren und ob sich die Düngemittellieferungen normalisieren. Im optimistischen Szenario würde sich die Nachfrage innerhalb weniger Monate schrittweise erholen. Das pessimistische Szenario sieht eine langwierige Nachfragekorrektur und Druck auf die inländische Liquidität der Landwirte vor.

Für Staat und Agrarsektor ist entscheidend: die Unterstützung kleiner Produzenten, die Diversifizierung der Absatzmärkte und diplomatische Arbeit mit Handelspartnern, um Vertrauen und Logistik wiederherzustellen.

Fazit

Der Rückgang der Haferexporte um 98 % ist nicht nur eine Statistik, sondern ein Indikator für die Verwundbarkeit der Lieferketten und die Abhängigkeit von einigen wenigen großen Käufern. Der ukrainische Agrarsektor hält derzeit die Stellung, doch die Wiederaufnahme der Verkäufe wird nur durch die Rückkehr der Nachfrage von außen und die Stabilisierung der Düngemittellieferungen gesichert. Nun sind die Partner am Zug — werden sie ihre Erklärungen in konkrete Einkäufe verwandeln?

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