Beginn: umfangreiche Verhandlungen mit Blick auf energetische Stabilität
Nach Angaben von Reuters führt das Gemeinschaftsunternehmen des griechischen Versorgers DEPA und der Baufirma Aktor — Atlantic Sea LNG Trade — Verhandlungen über eine langfristige Versorgung von bis zu 15 Mrd. m³/Jahr verflüssigten Erdgases aus den USA für einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren. Das Unternehmen plant, die zentralen Vereinbarungen während eines Treffens in Washington am 24. Februar zu besiegeln.
Wen das betrifft
Atlantic Sea LNG Trade importiert LNG nach Griechenland und verkauft es weiter nach Mitteleuropa und in die Ukraine. Auf der Liste potenzieller Käufer stehen Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Moldau, Österreich und möglicherweise die Ukraine, teilte der Geschäftsführer des Unternehmens mit.
"Wenn Europa nicht erneut zur Geisel des Gases werden will, muss es langfristige Abkommen mit den USA sicherstellen, um künftig das Gleichgewicht und die Verfügbarkeit von Gas zu vernünftigen Preisen zu wahren."
— Alexandros Exarchou, Geschäftsführer von Atlantic Sea LNG Trade (Interview mit Reuters)
Warum gerade jetzt — aktuelles Zeitfenster der Möglichkeiten
Der Unternehmensleiter begründet die Dringlichkeit damit, dass Verhandlungen heute die Chance bieten, wettbewerbsfähige Preise bis 2030 festzuschreiben, wenn sich die Marktbedingungen verschärfen und das Angebot relativ geringer sein könnte. Das ist ein klassisches Beispiel für eine Strategie zur Absicherung gegen zukünftige Risiken.
Sozialer Beweis: es gibt bereits praktische Schritte
Das erste Signal für die Umsetzbarkeit der Pläne ist die Vereinbarung vom 30. Januar, als Atlantic Sea den ersten Vertrag über die Lieferung amerikanischen LNG in die Ukraine unterzeichnete: Lieferant — BP, Käufer — Naftogaz, Lieferungen sind für März 2026 geplant. Das zeigt, dass die Verhandlungen in die Praxis übergehen.
Was das für die Ukraine bedeutet
Sollte eine langfristige Vereinbarung zustande kommen, erhält die Ukraine ein zusätzliches Instrument zur Diversifizierung: nicht nur Einzellieferungen, sondern regelmäßige Mengen, die in die Energieplanung einbezogen werden können. Das wirkt in drei Bereichen: Versorgungssicherheit, Preisgestaltung und geopolitische Resilienz.
Gleichzeitig wird die tatsächliche Wirkung von der Logistik abhängen: von der Verfügbarkeit von Terminals und Regasifizierungsanlagen in den Nachbarländern, von Transitverträgen und von der Geschwindigkeit der Umsetzung von Infrastrukturprojekten.
Kurzfazit
Die Verhandlungen von Atlantic Sea LNG Trade sind kein lauter PR-Gag, sondern Teil eines langfristigen Spiels um die energetische Unabhängigkeit Europas. Reuters und bereits unterzeichnete Verträge mit BP und Naftogaz verleihen dieser Initiative Gewicht. Nun liegt die Frage bei der ukrainischen Seite und ihren Partnern: Werden sie die derzeitigen Vereinbarungen in unterschriebene Verträge und Investitionen überführen, um dieses Zeitfenster zu nutzen?