Was bekannt ist
Kyivstar, der größte Mobilfunkanbieter der Ukraine, verhandelt über den Kauf einer Beteiligung an Comfy — die Bekanntgabe des Deals könnte bereits nächste Woche erfolgen, berichtet Forbes Ukraine. Es geht nicht um einen vollständigen Kauf: Laut dem Magazin handelt es sich um etwa 10 % des Managements und eine mögliche Beteiligung der Miteigentümerin Svitlana Hutsul (rund 25 %). Die Kontrollmehrheit bleibt weiterhin bei Stanislav Ronis.
"Sie kaufen etwa 10 % der Anteile des Managements, möglicherweise der Miteigentümerin Svitlana Hutsul, der rund 25 % gehören, und irgendeinen Anteil von Ronis"
— Quelle, Forbes Ukraine
Warum Kyivstar
Diese Transaktion fügt sich in die breitere Strategie des Unternehmens ein, sich in eine Digitalplattform zu verwandeln. Die Kombination aus mobilem Zugang, Services und Einzelhandel bietet Potenzial für die Entwicklung eines Marktplatzes, die Vereinfachung der Logistik und flexiblere Tarif- und Promo-Angebote für Kunden. Für den Nutzer kann das schnelleren Zugang zu Elektronik, integrierte Finanzdienstleistungen und bequemere digitale Produkte bedeuten.
Finanzen und Bewertung: zwei Marktansichten
Die finanziellen Bedingungen des Deals wurden offiziell nicht offengelegt. Forbes vermutet, dass die Bewertung von Comfy $300 Mio. übersteigen könnte, während die Investmentgesellschaft Altius Capital einen deutlich niedrigeren Bereich nennt — 91–106 Mio. USD unter Berücksichtigung der Barmittel auf den Konten des Unternehmens. Die Differenz in den Bewertungen erklärt sich durch unterschiedliche Methodiken, die Einbeziehung oder den Ausschluss von Kassenbeständen und eine Risikoprämie aufgrund der aktuellen Marktsituation.
"Wir schätzen Comfy auf 91–106 Mio. USD unter Berücksichtigung der liquiden Mittel auf den Konten des Unternehmens"
— Vadym Khrystoforov, Vizepräsident von Altius Capital
Kontext — die jüngsten Schritte von Kyivstar
Die Transaktion mit Comfy ist ein weiterer Schritt nach einer Reihe von Deals: Im April 2025 schloss Kyivstar den Erwerb von 97 % der Rechte am Dienst Uklon ab; im August ging das Unternehmen an die Nasdaq; im Januar gab es Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Tabletki.ua gegenüber dem Antimonopolkomitee. Das deutet auf eine konsequente Strategie der Diversifizierung und des Aufbaus eines Dienstleistungs-Ökosystems hin.
Was sich für den Markt und die Verbraucher ändern wird
Die Verschmelzung von Technologie- und Einzelhandelsaktivitäten stärkt das lokale Ökosystem: bessere Logistik, breiterer Zugang zu Fintech-Produkten sowie Potenzial für preisliche und servicebezogene Konkurrenz zu großen Marktplätzen. Gleichzeitig reduziert der Deal das Risiko, dass strategische Vermögenswerte während wirtschaftlicher Turbulenzen vollständig unter die Kontrolle ausländischer Strukturen geraten.
Was als Nächstes zu erwarten ist
Offizielle Zahlen und die Struktur des Deals werden sich bei der öffentlichen Bekanntgabe endgültig klären. Doch schon jetzt ist klar: Es handelt sich nicht nur um eine Investition in den Einzelhandel — es ist eine Investition in digitale Infrastruktur, die sich direkt auf unsere Services, Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit auswirkt. Nun sind die Regulierungsbehörden und das Management am Zug — wie schnell die technische und geschäftliche Integration in spürbare Vorteile für Verbraucher und den Markt umgesetzt wird.