Kurz: warum das wichtig ist
Der Vorfall am Samstag im ukrainischen Energiesystem führte zur automatischen Abschaltung eines Reaktorblocks eines Kernkraftwerks und zum vorübergehenden Verlust der externen Stromversorgung im Kernkraftwerk Tschernobyl, das etwa eine Stunde lang von Notdieselgeneratoren betrieben wurde. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bezeichnet diese Ereignisse als ein Signal für umfangreiche Reparaturen und zur Erhöhung der Netzresilienz.
Was am 31. Januar geschah
Die Abschaltung grenzüberschreitender Übertragungsleitungen verursachte kaskadenartige Spannungsschwankungen im Inland. Ein Reaktorblock ging in eine automatische Schutzabschaltung, andere waren gezwungen, ihre Leistung zu drosseln. Das Kernkraftwerk Tschernobyl, das keine elektrische Energie produziert, verlor vollständig die externe Stromversorgung und arbeitete etwa eine Stunde lang mit Notdieseln.
Warum dies die Risiken für Kernkraftwerke erhöht
Kernkraftwerke sind in hohem Maße auf eine stabile externe Stromversorgung für Kühl‑ und Sicherheitssysteme angewiesen. Verluste der externen Stromversorgung, häufige Spannungsschwankungen und beschädigte Leitungen verringern die Redundanz und erhöhen die Wahrscheinlichkeit gleichzeitiger Störfallszenarien.
Experten weisen darauf hin: Notdieselgeneratoren sind nur für begrenzte Betriebszeiten ausgelegt, und häufige Umschaltungen in den Notbetrieb beschleunigen den Verschleiß der Anlagen und erschweren die Wiederherstellung des Normalbetriebs.
"Dieser erneute Vorfall im ukrainischen Energiesystem ist eine eindrückliche Erinnerung an die fortwährenden Risiken für die nukleare Sicherheit und Schutzfunktionen, die durch die Verschlechterung des Stromnetzes entstehen. Um die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ukrainischer Kernkraftwerke zu erhöhen und ihre Widerstandsfähigkeit gegen weitere Netzstörungen zu stärken, sind umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich"
— Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der IAEA
Politik und praktische Schritte
Am 3. Februar teilte Außenminister Andrij Sybiha mit, dass die Ukraine die Einbringung von Änderungen in das Statut der IAEA initiiere, um die Verantwortlichkeit für das Untergraben der Bedingungen einer sicheren Nutzung der Kernenergie zu verschärfen. Dies ist ein politischer Versuch, das Problem auf die Ebene internationaler Institutionen zu heben.
Die technische Antwort muss sein: Wiederaufbau von Hochspannungsleitungen, Stärkung der Redundanz der Stromversorgung für Kernkraftwerke, Modernisierung der Dieselaggregate sowie transparente internationale Finanzierung der Reparaturen. Analysten betonen, dass ohne diese Schritte das systemische Risiko zunehmen wird.
Fazit
Der Vorfall vom 31. Januar ist nicht einfach eine einzelne Störung, sondern ein Marker für ein systemisches Problem: verschlissene Infrastruktur + Kriegsschäden = höhere Risiken für die nukleare Sicherheit und die Energieversorgung der Bevölkerung. Nun sind die Partner gefragt: Werden sie internationale Erklärungen in konkrete Reparaturen und Investitionen umsetzen, aus denen sowohl die Sicherheit als auch das Alltagsleben der Ukrainerinnen und Ukrainer abhängen?