Wirtschaftsministerium dementiert Gerüchte über „Kürzung des Mutterschaftsurlaubs“: was das neue Arbeitsgesetzbuch tatsächlich ändert

Emotionen beiseite: Der neue Kodex nimmt den 126‑tägigen Mutterschaftsurlaub nicht weg. Er führt zusätzliche vier Monate für Eltern ein — wir erklären, wem das nützt und welche Garantien weiterhin in Kraft bleiben.

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Kurz: warum das wichtig ist

In den Medien tauchten Meldungen auf, dass das neue Arbeitsgesetzbuch angeblich den „Mutterschaftsurlaub“ auf vier Monate verkürzt. Das ist irreführend und erzeugt unnötige Aufregung in Familien. Die eigentliche Bedeutung der Änderungen ist eine andere, und sie ist wichtig für jede berufstätige Familie und jeden Arbeitgeber.

Was nicht der Wahrheit entspricht

Die Behauptungen über die „Verkürzung des Mutterschaftsurlaubs auf vier Monate“ sind falsch. Das Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft hat solche Meldungen ausdrücklich zurückgewiesen: Verschiedene Urlaubsarten werden vermischt und als eine einzige Ersatzregelung dargestellt.

„Die Autoren solcher Informationsmeldungen vermischen verschiedene Urlaubsarten, die unterschiedliche Zweckbestimmungen haben“

— Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft

Was der Entwurf tatsächlich vorsieht

Wesentliche Fakten zum Entwurf des Arbeitsgesetzbuchs (Nr. 14386):

  • Bezahlter Mutterschafts- und Entbindungsurlaub bleibt unverändert — 126 Kalendertage (70 vor der Geburt und 56 danach).
  • Elternzeit zur Betreuung eines Kindes bis zum dritten Lebensjahr bleibt ebenfalls erhalten, mit dem Recht auf Erhalt des Arbeitsplatzes und der Zahlung des einheitlichen Sozialversicherungsbeitrags (ЄСВ).
  • Es wird eine neue bezahlte Urlaubsform von vier Monaten eingeführt: jeweils zwei Monate für die Mutter und zwei Monate für den Vater. Den eigenen Anteil an den anderen Elternteil zu übertragen ist nicht möglich; Alleinerziehende können alle vier Monate in Anspruch nehmen.
  • Gemäß einer EU-Richtlinie kann das Recht auf diesen Urlaub bis zum achten Lebensjahr des Kindes geltend gemacht werden.
  • Der Urlaub kann gleichzeitig genommen werden oder in einer für die Eltern praktischen Weise; jeder Elternteil kann seinen Anteil in Abschnitte aufteilen.

„Der Entwurf des Arbeitsgesetzbuchs Nr. 14386, den der Ausschuss für Sozialpolitik und Schutz der Veteranenrechte zur Grundlage empfohlen hat, sieht die Einführung einer zusätzlichen Urlaubsform zur Kinderbetreuung vor“

— Pressestelle der Werchowna Rada

Garantien für Familien — was erhalten bleibt

Der Entwurf verankert außerdem eine Reihe sozialer Schutzmaßnahmen:

  • Verbot der Kündigung von Beschäftigten mit Kindern bis zum Alter von 1,5 Jahren sowie von Beschäftigten, die ein behindertes Kind betreuen;
  • Schutz für alleinerziehende Mütter und Väter mit einem Kind bis zum Alter von 14 Jahren;
  • Garantien für Schwangere hinsichtlich bezahlter medizinischer Untersuchungen.

Kontext und Folgen für Familien und Arbeitgeber

Das Kabinett der Minister nahm den Entwurf am 7. Januar 2026 an, und am 15. Januar wurde er im Parlament eingereicht. Das Dokument umfasst 322 Artikel und soll eine Reihe geltender Bestimmungen ersetzen, darunter das bisherige Arbeitsgesetzbuch. Es ist Teil einer umfassenden Reform des Arbeitsmarktes, die die ukrainische Gesetzgebung an europäische Standards heranführen soll.

Warum das für Sie wichtig ist: Für Eltern bedeuten zusätzliche bezahlte Monate mehr Flexibilität und finanzielle Unterstützung; für Arbeitgeber besteht die Notwendigkeit, Personalpolitik und Vertretungsplanung zu überarbeiten. Für den Staat ist es eine Investition in soziale Stabilität und demografische Politik in einer Situation, in der familiäre Unterstützung die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Landes stärkt.

Zusammenfassung

Panikschlagzeilen ersetzen keine Analyse. Fakt: Der volle Mutterschafts-/Geburtsurlaub und der Urlaub bis zum dritten Lebensjahr bleiben bestehen; hinzu kommt eine separate bezahlte Option von vier Monaten für Eltern. Weiterhin entscheidet das Parlament, und während der Beratungen sind mögliche Änderungen zu erwarten. Es ist wichtig, die Textfassungen der Änderungen und deren Auswirkungen auf die Rechte von Familien zu verfolgen.

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