Was passiert ist
Am 20. Januar verschärften russische Angriffe auf kritische Infrastruktur die Energiesituation in Kiew und in mehreren Regionen. Es geht dabei nicht nur um Technik – sondern um die alltägliche Sicherheit tausender Menschen, besonders in der kalten Jahreszeit. Regierung und städtische Dienste melden Unterbrechungen bei Strom, Heizung und Wasserversorgung.
Ausmaß der Abschaltungen
Kiew: Nach Regierungsangaben sind derzeit rund 5635 Häuser ohne Heizung – das entspricht etwa 46 % des Wohnungsbestands der Stadt; 12 dieser Häuser sind seit dem 9. Januar weiterhin unversorgt. Das rechte Ufer arbeitet mit vermindertem Druck, das linke Ufer war zeitweise ohne Wasser – etwa 3500 Wohnhäuser. Neben der Hauptstadt sind die Regionen Charkiw, Sumy und Tschernihiw betroffen; in Dnipro und Zelenodolsk blieben über 15 000 Haushalte ohne Wärme.
„Infolge der Angriffe auf Kiew kommt es in einzelnen Bezirken zu Unterbrechungen bei Wasser-, Wärme- und Stromversorgung. In der Stadt sind derzeit über 5000 Häuser ohne Heizung. Die Lage in den Regionen Charkiw, Sumy und Tschernihiw bleibt schwierig.“
— Юлія Свириденко, Premierministerin (Mitteilung auf Telegram)
„Auch die Wasserversorgung ist beeinträchtigt. Das rechte Ufer Kiews arbeitet mit reduziertem Druck. Das linke Ufer ist vorübergehend ohne Wasser – etwa 3500 Wohnhäuser. Wir erwarten die Wiederherstellung der Versorgung im Laufe des Tages.“
— Олексій Кулеба, Vizepremier
Wer und wie die Netze wieder in Betrieb setzt
An den Arbeiten sind 40 Notfallbrigaden der Ukrzaliznytsia sowie weitere 20 Teams aus anderen Regionen beteiligt, die rund um die Uhr zusammen mit den städtischen Diensten arbeiten. Die Regierung hatte zuvor die Einrichtung von Stäben zur Beseitigung der Folgen von Angriffen auf Energieanlagen angekündigt und beabsichtigt, den Ausbau von Stromleitungen von Westen nach Osten zu forcieren – Änderungen, die die Widerstandsfähigkeit der Netze mittelfristig erhöhen sollen.
Kontext und Folgen
Diese Angriffswelle zeigt, dass der Krieg weiterhin auf die Zerstörung von Infrastruktur setzt, um das tägliche Leben der Zivilbevölkerung zu schwächen. Energieanalysten weisen darauf hin, dass es, während Notfallwiederherstellungen vorgenommen werden, von entscheidender Bedeutung ist, Projekte zur redundanten Energieversorgung und zur Modernisierung der Netze zu beschleunigen.
Was das für Kiewer bedeutet
Die Erwartung, die Versorgung im Laufe des Tages wiederherzustellen, ist eine gute Nachricht, doch die Risiken erneuter Angriffe und systemische Verwundbarkeiten bleiben bestehen. Stadtdienste und Regierung koordinieren die Reaktion; für Bewohner ist es wichtig, offizielle Mitteilungen zu verfolgen, gefährdete Nachbarn zu unterstützen und sich auf vorübergehende Unannehmlichkeiten vorzubereiten.
Fazit
Die technische Wiederherstellung gelingt häufig schnell dank des koordinierten Einsatzes der Brigaden. Die strategische Antwort erfordert jedoch Investitionen in Netzstabilität und Energieübertragungsplanung. Die Frage ist nicht nur, wann das Wasser heute zurückkommt, sondern ob frühere Ankündigungen zur Modernisierung in konkrete Projekte münden, die solche Risiken künftig minimieren.
„Wir haben die Lage in der Dnipro-Region, in Saporischschja und der Region, in der Region Sumy, in der Region Tschernihiw und in Odessa gesondert besprochen. In der Region Rivne wird die Wiederherstellung fortgesetzt.“
— Володимир Зеленський, Präsident