Sieben Ukrainer im Forbes-Ranking: 18 Mrd. US-Dollar Vermögen und reale Beiträge zur Wirtschaft und Verteidigung

Forbes hat die jährliche Milliardärsliste veröffentlicht — wichtig ist nicht nur, wer darauf steht, sondern was diese Gelder für die Ukraine bewirken. Wir beleuchten, welche Ressourcen im Land verbleiben und welche Risiken das mit sich bringt.

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Фото: Метінвест

Kurz

Das US‑Magazin Forbes veröffentlichte am 10. März das aktualisierte Ranking der reichsten Menschen der Welt. In der Liste mit rekordverdächtigen 3428 Einträgen finden sich sieben ukrainische Staatsbürger mit einem Gesamtvermögen von rund $18 Mrd. Diese Zahl ist nicht als Prestigesymbol wichtig, sondern als Indikator für wirtschaftliche Ressourcen, die Arbeitsplätze, Investitionen und die Unterstützung der Verteidigung beeinflussen können.

Wer in die Liste aufgenommen wurde

Rінат Ахметов — der vermögendste Ukrainer im Ranking (77. Platz, $7,8 Mrd.). Forbes weist darauf hin, dass trotz Geschäftsverlusten durch die großangelegte Invasion Achmetovs Unternehmen der Armee Hilfe im Wert von $150 Mio. geleistet und etwa 200.000 kugelsichere Westen hergestellt haben. Das Vorhandensein solcher Ressourcen im Inland steht in direktem Zusammenhang mit der Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit.

Віктор Пінчук (1504. Platz, $2,8 Mrd.) — Gründer von Interpipe und Eigentümer der Mediengruppe Starlight Media.

Влад Яценко (1913. Platz, $2,2 Mrd.) — Mitgründer und Technikchef der britischen Neobank Revolut. Im November 2025 wurde Revolut auf rund $75 Mrd. bewertet; zugleich wurde der Versuch des Unternehmens, ohne ukrainische Lizenz in der Ukraine zu operieren, abgelehnt — eine Entscheidung, die die staatliche Kontrolle über den Fintech‑Markt widerspiegelt (Nationalbank der Ukraine).

In die Liste schafften es außerdem Петро Порошенко (ehemaliger Präsident, Eigentümer von Roshen), Андрій Веревський (Kernel), Вадим Новинський (Smart Holding) und Костянтин Жеваго (Ferrexpo) — jeweils mit rund $1,2 Mrd..

"Es gab noch nie eine bessere Zeit, Milliardär zu sein. Dank des rasanten Fortschritts der künstlichen Intelligenz, heißer Märkte und einer günstigen Fiskalpolitik sind dieses Jahr rekordverdächtige 3428 ... in die Liste der World’s Billionaires aufgenommen worden."

— Forbes, World’s Billionaires report

Was das für die Ukraine bedeutet

Allein die Präsenz von sieben Ukrainern im globalen Ranking ist nicht automatisch positiv. Wichtiger ist, wie diese Ressourcen verteilt werden: Ob sie in Wiederaufbau, Arbeitsplätze und Verteidigung investiert werden oder als Kapital ins Ausland abfließen. Ein Teil des Kapitals hilft direkt der Armee und Freiwilligeninitiativen; ein anderer Teil ist durch Kriegsverluste und Produktionsschließungen beschädigt oder abgezogen worden.

Tatsächlich sind zwei Trends bedeutsam: erstens die Konzentration eines erheblichen Teils des nationalen Reichtums in einem engen Kreis; zweitens die Fähigkeit der Unternehmen, sich an die Kriegsbedingungen anzupassen – von der Umstellung der Produktion bis hin zu direkten Spenden. Für den Staat bedeutet das die Notwendigkeit von Anreizen und transparenten Mechanismen, die private Ressourcen in den Wiederaufbau der Infrastruktur und in kritische Industrien lenken.

Globaler Kontext

Die Rangliste führt Elon Musk mit rund $839 Mrd. an und liegt damit deutlich vor den anderen Spitzenreitern. Es folgen Larry Page, Sergey Brin, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg. Das Gesamtvermögen der Liste erreichte mit $20,1 Billionen einen Rekord — $4 Billionen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Milliardäre stieg auf 3428 (um 400 mehr); die meisten sind in den USA (989), gefolgt von China inklusive Hongkong (610) und Indien (229). Das signalisiert globale strukturelle Veränderungen: technologische Konzentration von Gewinnen und die wachsende Rolle von Kapital bei Innovationen.

Fazit

Die Tatsache, dass Ukrainer in der Forbes‑Weltrangliste vertreten sind, ist ein Indikator sowohl für Chancen als auch für Herausforderungen. Entscheidend ist, ob diese Ressourcen in Wiederaufbau, eine industrielle Renaissance und die Stärkung der Sicherheit umgesetzt werden oder ob sie als Ausdruck von Vermögenskonzentration bestehen bleiben. Nun liegt es an staatlichen Institutionen und Investoren: Können sie Bedingungen schaffen, unter denen privates Kapital zum Katalysator für die Erholung des Landes wird?

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