Sky Towers in Kiew: Preis des unfertigen Projekts fällt auf 662 Mio. Hrywnja — was das für die Stadt und den Markt bedeutet

Eines der größten unvollendeten Bauprojekte der Hauptstadt wird nun im fünften Jahr in Folge zum Verkauf angeboten. Der Startpreis ist von 7,1 Mrd. UAH im Jahr 2021 auf 662,3 Mio. UAH gesunken — wir klären, warum das geschieht und welche praktischen Folgen das für Investoren, die kreditgebende Bank und die Bewohner Kiews hat.

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Фото: setam.net.ua

Neuer Verkaufsversuch

Ende Februar wird im elektronischen Auktionssystem OpenMarket ein weiterer Versuch unternommen, den unvollendeten Wolkenkratzer Sky Towers zu verkaufen. Laut einer Pressemitteilung der Plattform beträgt der Startpreis des Loses 662,3 Mio. UAH, die Auktion ist für den 27. Februar geplant.

Der Preis des Loses wurde auf 662,3 Mio. UAH gesenkt infolge einer Reihe vorheriger gescheiterter Auktionen und aufgrund von Marktrisiken.

— Pressestelle OpenMarket

Kurze Geschichte des Projekts

Der Bau der Sky Towers wurde 2007 von der KDD Group begonnen. Der Komplex liegt auf einem 0,74 ha großen Grundstück an der Kreuzung der Sholudenka-Straße, des Beresteiskyi-Prospekts und der Borshchahivska-Straße. Das Projekt sieht zwei Türme mit 47 und 34 Stockwerken sowie ein Stilobat vor; der Fertigstellungsgrad des Objekts wird auf etwa 51% geschätzt.

Nach Angaben von LIGA.net gehörten 2021 zu den Anteilseignern des Entwicklers der US-Staatsbürger Oleksandr Levin, Strukturen des Agrarkonzerns Kernel von Andrij Verevskyj sowie die Brüder Konstantińovski. Während der Krise 2008 nahm das Unternehmen einen Kredit bei der Ukreximbank auf, der einem Äquivalent von rund 3 Mrd. UAH entsprach, und der Bau wurde 2015 eingestellt. 2021 gewann die Bank einen Gerichtsprozess über die Kreditschuld; anschließend wurden die Forderungsrechte und das Objekt zum Verkauf gestellt.

Preisentwicklung — was auffällt

Das Problem ist nicht nur eine gescheiterte Auktion: 2021 lag der Startpreis bei 7,1 Mrd. UAH (die Auktion scheiterte). Danach senkte die Bank den Preis schrittweise: fast 5,6 Mrd. im Mai 2023, 1,1 Mrd. im September 2024 und 772 Mio. im November 2024. Das aktuelle Angebot liegt bei 662,3 Mio. UAH.

Warum der Preis fällt

Die Gründe sind vielfältig und miteinander verknüpft: Erstens die hohen Kosten für die Fertigstellung — ein Fertigstellungsgrad von 51% bedeutet erhebliche zusätzliche Investitionen in Technik, Fassade, Infrastruktur und Sicherheit. Zweitens verringern rechtliche und reputationsbezogene Risiken im Zusammenhang mit der Kreditgeschichte und den Eigentumsrechten die Attraktivität des Loses. Drittens drücken makroökonomische Faktoren — die Kriegssituation, Devaluation und das geringe Interesse großer Investoren an risikoreichen Entwicklungsprojekten im Stadtzentrum — auf die Bewertung.

Was das Projekt beinhaltet — und wie viel die Fertigstellung kosten würde

Technisch gesehen sollte der Komplex Büros, eine Einkaufsgalerie, ein separates Bankgebäude und eine achtgeschossige Tiefgarage mit 878 Stellplätzen enthalten. Teile der Flächen waren für Restaurants, Konferenzsäle und Verkaufsflächen vorgesehen. Die Fertigstellung dieses Komplexes würde erhebliche Kapitalaufwendungen erfordern — und genau das erklärt, warum der Käufer nicht nur die Konstruktion erwerben muss, sondern auch einen Plan und die Ressourcen für deren Vollendung haben muss.

Folgen für die Bank, die Stadt und den Markt

Für die Ukreximbank ist der Verkauf eine Möglichkeit, einen Problemaktiva zu schließen und Verluste zu minimieren. Für Kiew besteht die potenzielle Chance, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu schaffen und ein städtisches Areal wiederzubeleben — allerdings nur, wenn der Erwerber in der Lage und willens ist, das Projekt fertigzustellen. Sollte das Los erneut nicht verkauft werden, droht die Verlängerung des Status einer „urbanen Narbe“ und steigende Kosten für die Bank im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung der Rechtsfrage.

Fazit

Die Senkung des Startpreises auf 662,3 Mio. UAH ist mehr als Arithmetik: Sie ist ein Test für den Immobilienmarkt in Zeiten erhöhter Unsicherheit. Der Verkauf am 27. Februar wird zeigen, ob Investoren bereit sind, die Risiken der Fertigstellung zu übernehmen und in die Wiederbelebung städtischen Raums zu investieren, oder ob der Vermögenswert im Bankportfolio verbleibt — als Erinnerung an verlustreiche Kredite und unvollendete Pläne.

Nun sind die Auktionsbeteiligten am Zug: Wird Sky Towers zu einem Wachstumsmotor für Kiew — oder zu einem weiteren Rohbau, von dem bestenfalls der Markt zur Abschreibung von Schulden profitiert?

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