Gerichtsentscheidung und wichtige Fakten
Am 19. Dezember 2025 erklärte das Gericht der Stadt Budapest den Vertrag über die Veräußerung der Räumlichkeiten der Hauptagentur des PrJSC "Ukrainische Donauschifffahrt" (UDP) im Zentrum von Budapest für nichtig und traf eine Entscheidung zugunsten der UDP, teilte das Ministerium für Entwicklung von Gemeinden und Regionen mit. Es handelt sich um ein Gebäude, das über viele Jahre Anlaufstelle der ukrainischen Reederei in Ungarn war.
Kurzfassung der Vorgeschichte
Die Eigentumsgeschichte reicht bis zu Verkaufsversuchen aus dem Jahr 2006 zurück: Damals wurde ein Vertrag über 8 Mio. US-Dollar geschlossen, das Geld ist jedoch nie geflossen. Im Jahr 2020 leitete der neue Direktor der Hauptagentur Prozesse zur Umschreibung von Rechten ein, und Anfang März 2022 wurde ohne Mitteilung an die Leitung der UDP der Kaufvertrag mit Zahlungsaufschub geändert. Im August 2022 gab es Versuche einer gewaltsamen Übernahme der Räumlichkeiten — etwa zwei Dutzend junger Menschen drangen in das Gebäude ein; daraufhin stellte das Unternehmen Sicherheitskräfte und stellte die Kontrolle über die Räumlichkeiten wieder her.
Rechtliche und organisatorische Unterstützung
Die Rechtsposition der UDP wurde durch die Hinzuziehung einer der führenden internationalen Kanzleien gestärkt sowie durch personelle Veränderungen innerhalb des Unternehmens: Im September 2025 erhielt die UDP einen Aufsichtsrat (drei unabhängige Mitglieder und zwei Vertreter des Staates). Das Ministerium betont, dass das erneuerte Führungssystem den Schutz des Eigentums zur Priorität gemacht habe.
"Eine wichtige Rolle in dieser Entscheidung spielte die Erneuerung des Leitungssystems bei der UDP. Nach der Einrichtung des Aufsichtsrats wurde der Schutz dieses Eigentums zu einer unserer Prioritäten."
— Andriy Kashuba, stellvertretender Minister für Entwicklung von Gemeinden und Regionen
Verbundene Konstrukte und Risiken
In dem Beitrag werden verwandte Vorgänge mit der ungarischen Tochtergesellschaft Transship kft. erwähnt: die Übertragung von 91 Barge(n) von einer panamaischen Struktur an Transship zu einem symbolischen Preis — 1 Euro pro Schiff — während der Buchwert der Flotte auf fast 20 Mio. Euro geschätzt wurde. Das fügt sich in einen breiteren Kontext von Manipulationen mit Auslandsvermögen, auf den sowohl die UDP als auch die Fachpublikation USM hingewiesen haben.
"Das Gebäude bleibt bei der UDP, obwohl das juristische Verfahren noch läuft. Aber wir machen nach und nach alles rückgängig, was die Betrüger angerichtet haben. Es wird eine Gebäudebewertung durchgeführt; sein tatsächlicher Wert ist deutlich höher."
— Dmytro Moskalenko, ehemaliger Leiter der UDP
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Das ist nicht nur ein Sieg in einem einzelnen Gerichtsverfahren. Erstens schafft die Entscheidung in Budapest einen Präzedenzfall zum Schutz ukrainischer Staatswerte in Europa. Zweitens zeigt sie die Wirksamkeit der Verbindung von Führungsreform (Aufsichtsrat) und professioneller juristischer Strategie. Drittens ist es ein Signal an ausländische Partner und Investoren, dass die Ukraine in der Lage ist, ihr Eigentum auch unter schwierigen internationalen Bedingungen zu verteidigen.
Wie es weitergeht
Das Gerichtsurteil ist ein wichtiger Meilenstein, doch die Durchsetzung der Entscheidung, die Bewertungsexpertise und die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Werts des Objekts stehen noch bevor. Die nächsten Schritte sind die endgültige Bewertung des Vermögens, internationale Zusammenarbeit bei der Vollstreckung des Urteils und die Prüfung weiterer fragwürdiger Konstrukte im Zusammenhang mit der Auslandsinfrastruktur der UDP. Juristische Siege müssen in praktischen Schutz der Vermögenswerte überführt werden — das ist der entscheidende Test für staatliche Manager und Partner.
Die Verbesserung der Corporate Governance und der systematische Schutz von Vermögenswerten im Ausland sind keine Parolen, sondern konkrete Instrumente der Sicherheit und wirtschaftlichen Resilienz. Werden diese Lehren ausreichen, um andere ukrainische Objekte in Europa zu sichern? Diese Frage werden die kommenden juristischen und politischen Schritte beantworten.