Was passiert ist
Bloomberg veröffentlichte eine Untersuchung, die auf Handelsdaten basiert und behauptet: In den ersten 11 Monaten des Jahres 2025 importierte Russland aus Thailand Drohnen im Wert von $125 Mio.. Das sind etwa 88% der gesamten UAV-Exporte Thailands und achtmal so viel wie 2024.
Wie das Schema funktioniert
Die Agentur weist auf mehrere Elemente hin, die auf den Reexport chinesischer Produkte über thailändische Firmen hindeuten. Dazu gehört die Firma Skyhub Technologies, die laut Registrierungsunterlagen ihr Geschäftsfeld änderte, sowie ein Unternehmen, das früher als China Thai bekannt war (später — Lanto Global Logistics). Handelsdaten zeigen Lieferungen von Hunderten Einheiten eines Modells mit demselben Code wie beim Autel EVO Max 4T — etwa 976 Einheiten zu rund 9.000 US-Dollar pro Stück.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Erstens verstärken selbst zivile oder „Dual-Use“-Drohnen erheblich Aufklärung, Feuerkorrektur und massierte Angriffe. Zweitens bedeutet ein Umgehen von Sanktionen, dass der Sanktionsdruck und die Kontrolle technischer Kanäle weiterhin verwundbar sind. Drittens deutet die Absicht der russischen Firma Aero HIT, die Produktion des EVO Max 4T zu lokalisieren, wie Bloomberg berichtet, darauf hin, dass es nicht nur um Import, sondern auch um die Nachbildung kritischer Fähigkeiten innerhalb der RF geht.
Was Hersteller und Behörden sagen
„Autel hat nicht mit Aero HIT zusammengearbeitet und wusste nichts von diesem Angebot. Unsere Drohnen sind für zivile Nutzung bestimmt und mit einem Geozoning-System ausgestattet, das Flüge in der Kriegszone zwischen Russland und der Ukraine verhindert.“
— Autel Robotics, offizielle Stellungnahme
„Der Export von Drohnen aus Thailand erfolgt im Rahmen des Rechts... Wir sind bereit zu handeln, aber zunächst muss ein Gesetz verabschiedet werden.“
— Fantong Loikulnanta, Generaldirektor der thailändischen Zollbehörde
Das US-Außenministerium lehnte es ab, konkrete Lieferungen über Thailand zu kommentieren, wiederholte jedoch seine Warnungen zur Rolle Chinas bei der Lieferung von Dual-Use-Komponenten. Reuters und The Telegraph liefern zusätzlichen Kontext: In verschiedenen Lieferketten über Drittstaaten gelangen nicht nur Drohnen, sondern auch andere Technologien, die Russland helfen könnten, Sanktionen zu umgehen.
Wie das in der Praxis funktioniert
Die Analyse der Handelsdaten zeigt ein typisches Set von Umgehungsmechanismen: Nutzung wenig bekannter Zwischenfirmen, Änderung des Unternehmensprofils, Umschreibung von Warencodes und Umgruppierung von Lieferungen über Drittstaaten. Häufig verlangt die legale Deklaration keinen detaillierten Endverwendungszweck — und das schafft ein Schlupfloch für Missbrauch.
Was Partner und die Ukraine tun können
Eine wirksame Antwort muss umfassend sein: Verschärfung der Kontrolle von Exporten dualverwendbarer Komponenten, Druck auf Transit-Jurisdiktionen, gezielte Sanktionen gegen Mittelsmänner und Aufklärung der Lieferketten. Parallel sind technische Maßnahmen wichtig — Verbesserung von Geozoning-Systemen, Kennzeichnung von Geräten und Rückverfolgung von Chargen auf Herstellerebene.
Fazit
Bloomberg hat ein deutliches Signal dokumentiert: Ein Teil der Lieferkette für Drohnen lief über Thailand, und das hat den Weg zur Verstärkung der Fähigkeiten Russlands geöffnet. Für die Ukraine ist das nicht nur Statistik — es ist eine Frage der Sicherheit auf dem Schlachtfeld und der Wirksamkeit von Sanktionen. Jetzt sind die Partner am Zug: Werden internationale Institutionen und einzelne Länder die analytischen Erkenntnisse in Politik ummünzen, die diese Kanäle abschneidet?
Quellen: Bloomberg; Stellungnahmen von Autel Robotics; Interviews und Daten der thailändischen Zollbehörde; Reuters; The Telegraph.