Was passiert
Nach Angaben eines Vertreters der Vereinigung ehemaliger belarussischer Sicherheitskräfte BelPol in einem Kommentar für LIGA.net sind derzeit über 500 belarussische Unternehmen an der Erfüllung von russischen Rüstungsaufträgen beteiligt. Es handelt sich um ein breites Spektrum an Produkten – von Munition bis zu Elektronik, die für moderne Waffen von kritischer Bedeutung ist.
Was produziert wird
Unter den genannten Produkten sind Artilleriegranaten, Raketen für das MLRS „Grad“, Mikrochips, Optik für Panzer und Steuerungseinheiten für strategische Systeme (es werden «Сатана» und «Авангард» erwähnt). MZKT in Minsk, so der Gesprächspartner, arbeite „Tag und Nacht“ und fertige Fahrgestelle für „Iskander“ und Plattformen, die mit dem S-400 kompatibel sind.
"Was sich derzeit in Belarus abspielt, ist die vollständige Auflösung der Wirtschaft des Landes in der russischen 'Fleischwolf'."
— Vertreter von BelPol, Vereinigung ehemaliger belarussischer Sicherheitskräfte (im Kommentar für LIGA.net)
"Belarus bereitet sich auf Krieg vor. Nicht unbedingt gegen die Ukraine. Es kann auch die baltischen Staaten treffen."
— Vertreter von BelPol (im Kommentar für LIGA.net)
Fristen und Umfang
BelPol und Quellen aus der ukrainischen Aufklärung geben an: Neue Rüstungsbetriebe in Belarus könnten in den Jahren 2027–2029 die volle Kapazität erreichen. Einige Werke haben eine Umrüstungsfrist — die erste Hälfte des Jahres 2027. Beispiel: Ein Gehäusewerk soll Mitte 2026 in Betrieb genommen werden mit einer potenziellen Leistung von rund 120.000 Granaten der Kaliber 152 mm und 122 mm pro Jahr.
Woher kommen die Komponenten
Nach Angaben der Gesprächspartner von BelPol deckt Belarus seinen Bedarf teilweise durch den Kauf von Sprengstoff aus Iran, China und Russland, einen Teil der Ausrüstung aus China und Indien. Erwähnt wird auch die Praxis, Lieferungen von Komponenten zu blockieren oder Sanktionen aus den USA, Japan oder Taiwan zu umgehen.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Erstens verringert dies die Abhängigkeit Russlands vom Import für kritische Positionen und verkürzt die Zeit zur Wiederherstellung der Munitionsbestände. Zweitens erhöht die Produktion von Fahrgestellen und Steuerungssystemen auf belarussischem Gebiet die Flexibilität beim Einsatz von Raketen- und Luftabwehrelementen in der Region. Drittens verstärkt die Militarisierung von Gesetzgebung und Gesellschaft in Belarus das Risiko einer Ausweitung der Eskalation über die Grenzen der Ukraine hinaus.
Kontext der Ereignisse
Im Dezember 2025, so berichten Quellen, wurde in Belarus Ausrüstung zur Lenkung von Shahed-Drohnen auf Wohnhochhäuser aufgebaut. Am 1. Januar wurde erneut die gemeinsame Entwicklung nuklearer Technologien zwischen Belarus und Russland angekündigt. Am 18. Februar verhängte die Ukraine Sanktionen gegen Alexander Lukaschenko wegen seiner Unterstützung der Fortsetzung des Krieges Russlands gegen die Ukraine — Maßnahmen, die als Reaktion auf diese Entwicklungsschiene eingeführt wurden.
Was zu tun ist — praktische Schlussfolgerungen
Es handelt sich nicht nur um eine politische, sondern auch um eine industrielle Herausforderung. Die Analyse ist einfach: Bis 2027 ist mit einem deutlichen Ausbau der Produktionskapazitäten zu rechnen, daher müssen Partner und die Ukraine jetzt handeln — mit dem Fokus auf die Unterbrechung der Lieferketten für kritische Komponenten, der Verstärkung von Aufklärung und Cyberoperationen, um die Modernisierung der Werke zu erschweren, sowie auf abgestimmte Sanktionsinstrumente, die eine Umgehung der Beschränkungen unmöglich machen.
Fazit
Die industrielle Integration Belarus’ in die Kriegslogistik Russlands verkürzt die Zeit, die für die Wiederherstellung und den Ausbau der Schlagkraft benötigt wird. Das schafft ein Zeitfenster von mehreren Jahren, in dem die internationale Gemeinschaft und die Ukraine Erklärungen in konkrete Gegenmaßnahmen umwandeln können und müssen. Ob die Partner die Absichtserklärungen bis 2027 in praktische Maßnahmen umsetzen — eine Frage, von deren Beantwortung die Sicherheit der Region abhängt.