Preisrückgang und Rabatte: Was passiert
Bloomberg berichtet: Die Lieferungen russischen Öls bleiben bestehen, doch die Verkäufer sind gezwungen, immer tiefere Abschläge zu gewähren — das trifft die Öl- und Gaseinnahmen des Kremls bereits spürbar. Laut Argus Media wird die Sorte Urals unter Berücksichtigung von Lieferung und anderen Kosten für fast 15 $ pro Barrel günstiger als Brent angeboten; zu Jahresbeginn lag der Abschlag noch bei etwa 10 $/Barrel.
„Die Öllieferungen Russlands bleiben stabil, doch sie ist gezwungen, es mit größeren Abschlägen zu verkaufen, was die Öl- und Gaseinnahmen des Kremls trifft.“
— Bloomberg (unter Berufung auf Daten von Argus Media)
Wohin die Ströme gehen: Indien reduziert, China baut aus
Dem von Bloomberg zitierten Schiffs-Tracking zufolge lagen die durchschnittlichen Exportmengen im vierwöchigen Zeitraum bis zum 8. Februar bei etwa 3,33 Mio. Barrel pro Tag — etwas mehr als eine Woche zuvor, aber rund 540.000 Barrel pro Tag weniger als vor Weihnachten.
Eine zentrale Änderung in den Routen: Die Lieferungen nach Indien haben sich seit dem Höhepunkt mehr als halbiert — auf rund 900.000 Barrel pro Tag in der ersten Februarwoche (von Spitzenwerten von über 2 Mio. b/d im Sommer 2023). Gleichzeitig stiegen die Lieferungen nach China stark an — auf etwa 2,2 Mio. Barrel pro Tag in den ersten Februartagen, was die Ölbestände auf See verringerte.
Wirtschaftlicher Druck und Förderung
Neben tieferen Abschlägen belasten den russischen Haushalt niedrigere Weltmarktpreise und die Aufwertung des Rubels. Bloomberg stellt zudem fest: Die Förderung sank im Januar den zweiten Monat in Folge — um fast 300.000 Barrel pro Tag weniger als gemäß dem OPEC+-Abkommen erlaubt. Ebenfalls zufolge der Meldung sanken die Öl- und Gaseinnahmen Russlands im Januar fast um die Hälfte verglichen mit Januar 2025.
„Schwierigkeiten, Käufer zu finden, könnten zu Kürzungen der Ölproduktion in Russland führen.“
— Bloomberg
Was das für die Ukraine bedeutet
Geringere Einnahmen des Kremls sind ein direkter wirtschaftlicher Schlag gegen seine Fähigkeit, den Krieg zu finanzieren. Zugleich mildert eine teilweise Kompensation durch die Umleitung der Ströme Richtung China die Wirkung der Sanktionen. Wir sehen also zwei miteinander verknüpfte Tendenzen: eine vorübergehende Schwächung der finanziellen Ressourcen Russlands und gleichzeitig eine Anpassung der Märkte, die die langfristigen Effekte der Beschränkungen abschwächen könnte.
Praktische Bedeutung für uns: Der Rückgang der Einnahmen geht einher mit einem Fenster an Möglichkeiten für internationalen Druck — von diplomatischen Sanktionen bis hin zur Kontrolle von Transaktionen und Schiffsversicherungen. Je effektiver die Partner ihre Maßnahmen synchronisieren, desto größer die Chance, die Marktschwankungen in eine nachhaltige Reduzierung der Ressourcen des Kremls zu verwandeln.
Fazit. Die Bloomberg-Daten zeigen, dass der wirtschaftliche Druck wirkt: Die Abschläge auf Urals sind gestiegen, die Exportwege verändern sich und die Förderung sinkt. Das endgültige Ergebnis hängt jedoch von der Politik der Partner und der Marktanpassung ab. Ob es gelingt, diese Störungen in eine langfristige Schwächung der Finanzmittel für die Aggression zu verwandeln, ist die Schlüsselfrage der kommenden Monate.