Kern des Falls
Die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft hat gegen den Direktor der Finanzabteilung der KMDA wegen dienstlicher Fahrlässigkeit Verdacht erhoben. Nach Darstellung der Ermittler stimmte der Beamte in den Jahren 2020–2023 der Ausgabe lokaler Anleihen zu, obwohl nach Angaben der Ermittlungen kein Bedarf an Kreditaufnahmen bestand — die Haushaltseinnahmen hätten die Ausgaben überstiegen.
Nach den Angaben des Verfahrens belief sich das Gesamtvolumen der Kreditaufnahmen durch diese Emissionen auf fast 2,6 млрд грн, und die Verluste des Stadthaushalts durch Zinszahlungen und damit verbundene Gebühren betrugen 581 млн грн (laut dem durchgeführten Gutachten). Am 23. Januar wurden im Rahmen der Ermittlungen Durchsuchungen in den Büros und an der Wohnanschrift des Beamten durchgeführt.
Positionen der Parteien
"Damit hat er für den Stadthaushalt fast 2,6 Mrd. Hrywnja gegen Zinsen aufgenommen, obwohl der städtische Haushalt keinen Bedarf an Krediten hatte, da die Einnahmen die Ausgaben überstiegen. Infolge der Zahlung von Zinsen und anderen Gebühren zur Bedienung des Kredits betragen die Schäden des Stadthaushalts 581 Mio. Hrywnja, wie das durchgeführte Gutachten festgestellt hat."
— Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft
"Die Finanzabteilung betont, dass sie ausschließlich im Rahmen des Haushaltsrechts gehandelt und die von der Kiewer Stadtvertretung getroffene Entscheidung ausgeführt habe, die verbindlich ist."
— Finanzabteilung der KMDA
Warum das wichtig ist
Das ist nicht nur eine juristische Angelegenheit — es geht um die Verwaltung öffentlicher Mittel. 581 Mio. грн, so die Ermittler, seien statt in Infrastruktur oder soziale Ausgaben zur Bedienung von Schulden verwendet worden. Selbst wenn die Entscheidung vom Stadtrat getroffen wurde, liegt die Verantwortung für die Bewertung der finanziellen Zweckmäßigkeit bei den Amtsträgern, die solche Entscheidungen vorbereiten und umsetzen.
Gleichzeitig sind kommunale Anleihen ein übliches Instrument zur Finanzierung großer Projekte. Im Jahr 2021 plante die KMDA die Ausgabe von Anleihen in Höhe von 1,1 млрд грн ausdrücklich zur Entwicklung der Infrastruktur. Die zentrale Frage ist, ob diese Emissionen wirtschaftlich begründet waren und ob die Investitionsziele erreicht wurden.
Was als Nächstes folgt
Die Voruntersuchung läuft; mögliche Folgen reichen von strafrechtlicher Verantwortung für den Beamten bis hin zu politischen Forderungen nach einer Verschärfung der Finanzkontrolle im Stadtrat. Für die Einwohner Kiews ist es wichtig, den Entscheidungen und nicht den Schlagzeilen zu folgen: Werden die Ergebnisse des Gutachtens und der Ermittlungen in Verfahrensänderungen, Rechenschaftspflichten und transparente Kriterien für Kreditaufnahmen umgesetzt?
Offen bleibt die Frage: Wird dieser Fall zu einem Präzedenzfall für eine härtere Finanzdisziplin in der Hauptstadt — und wie wird dies die Fähigkeit Kiews beeinflussen, Mittel für große Projekte zu beschaffen?