Frankreich stockt Fonds auf: was angekündigt wurde
Das Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine teilte am 20. Februar mit, dass Frankreich dem 2024 eingerichteten Zuschussfonds für die Ukraine 71 Mio. € hinzugefügt hat. Laut offiziellen Angaben sollen diese Mittel die Beteiligung französischer Unternehmen am Wiederaufbau der ukrainischen Infrastruktur und an der Entwicklung lokaler Wirtschaft fördern.
"Diese Mittel können französische Unternehmen anziehen, die an langfristigen Partnerschaften mit ukrainischen Unternehmen, Technologietransfers und der Schaffung zusätzlicher Wertschöpfung innerhalb unseres Landes interessiert sind."
— Olexij Sobolev, Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine
Warum das zählt
Das sind nicht einfach nur Gelder — es ist ein Signal des Vertrauens und des Willens, nicht einmalige Hilfe, sondern nachhaltige Zusammenarbeit aufzubauen. Für ukrainische Unternehmen ist es eine Chance, Investitionen, Technologien und Zugang zu europäischen Lieferketten zu erhalten. Für die Regionen bietet es die Möglichkeit, den Wiederaufbau kritischer Infrastruktur zu beschleunigen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Bedingungen und Prioritäten des Fonds
Wesentliche Vorgaben, die mitgeteilt wurden:
- der Wettbewerb für neue Projekte läuft bis zum 9. April — offen für französische Unternehmen, mit Priorität für kleine und mittlere Unternehmen;
- die maximale Fördersumme ist jetzt geringer — bis zu 7 Mio. € (einschließlich Versicherung);
- Laufzeit der Projektumsetzung — bis zu 16 Monate;
- mindestens 50% französischer Anteil;
- Projekte müssen Umwelt- und Sozialstandards entsprechen.
Sektorale Prioritäten umfassen Gesundheitswesen, Verkehr, Energie, Landwirtschaft, Wasserversorgung und Sanitär, Abfallwirtschaft, humanitäre Minenräumung, Wohnungsbau und Digitalisierung. Die Umsetzung wird für 2027 erwartet.
Kontext: keine Einzelinitiative
Im März 2025 hatte der französische Fonds bereits die ersten 19 Projekte im Umfang von 200 Mio. € in den Bereichen Energie, Gesundheitswesen, Wasser und digitale Lösungen ausgewählt. Außerdem unterzeichneten am 17. Februar vier Länder — die Ukraine, Schweden, Litauen und Kanada — eine Vereinbarung zur Gründung des Ukraine Transport Support Fund (UTSF), um kleine und mittlere Projekte in der Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren.
Experten sind sich einig, dass solche Instrumente ein Indikator für die Fortsetzung westlicher Unterstützung und ein Mittel sind, Investitionen in praktische, schnell umsetzbare Lösungen zu lenken. Gleichzeitig besteht das Risiko von Verzögerungen durch die Vorbereitung der Unterlagen und die Koordination der Partner.
Was als Nächstes
Das ist eine Chance für ukrainische Unternehmen, Partnerschaften zu etablieren und ingenieur- sowie projektbezogene Lösungen an die neuen Anforderungen des Fonds anzupassen. Der wichtigere Test wird jedoch sein, ob Budgets und Auswahlverfahren in unterzeichnete Verträge und reale Projekte vor Ort münden. Das Signal ist bisher positiv, der Erfolg hängt aber von Umsetzung und Kontrolle der Einhaltung der Standards ab.
Fragen an die Partner: Werden die ukrainischen Regionen diese Möglichkeiten schnell in konkrete Arbeiten und Arbeitsplätze umwandeln können, und wie effizient werden lokale Unternehmen eingebunden?