Entschädigungen für Kriegsschäden kommen nicht in Gang: Hetmantsev fordert Neugestaltung des Programms

Nur 13 Anträge und drei aufgenommene Unternehmen – die Zahlen des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass der staatliche Mechanismus zur teilweisen Entschädigung von Vermögensschäden nicht die erwartete Wirkung erzielt. Wir analysieren, warum das für Unternehmen in risikoreichen Regionen kritisch ist und welche Schritte die Situation verbessern könnten.

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Данило Гетманцев (Фото: Валентина Поліщук/LIGA.net)

Was passiert ist

Der Vorsitzende des Ausschusses der Werchowna Rada für Finanzen, Steuer- und Zollpolitik Данило Гетьманцев veröffentlichte auf Telegram Daten des Wirtschaftsministeriums, die eine geringe Aktivität des neuen Programms zur Kompensation von Vermögensverlusten und Versicherungsprämien für Unternehmen zeigen. Seit dem Start des Programms wurden 13 Anträge auf Teilnahme eingereicht, in das Programm wurden nur drei Wirtschaftssubjekte aufgenommen; für die Kompensation von Versicherungsprämien wurden vier Anträge eingereicht.

"Das Programm ist nicht gestartet. Es funktioniert nicht, und man muss Alarm schlagen, um das Design zu ändern. Ich wende mich an die Regierung."

— Данило Гетьманцев, Vorsitzender des Ausschusses der Werchowna Rada für Finanzen, Steuer- und Zollpolitik

Details des Mechanismus

Das Kabinett der Minister hat einen Mechanismus für direkte Schadensausgleichszahlungen für Unternehmen in Regionen mit erhöhtem Risiko eingeführt (Дніпропетровська, Донецька, Запорізька, Миколаївська, Одеська, Полтавська, Сумська, Харківська, Херсонська та Чернігівська області). Die maximale Entschädigungssumme beträgt bis zu 10 Mio. UAH. Für den Rest des Landes ist ein Modell vorgesehen, das den Krediten "5-7-9 %" ähnelt — der Staat kompensiert einen Teil der Kosten der Versicherungsprämien, um den Tarif für Unternehmen auf etwa 1 % zu senken.

Warum das Programm keine Ergebnisse liefert

Expertenbefunde und soziale Signale stimmen überein: Die geringe Anzahl der Anträge hängt nicht nur mit fehlendem Bedarf zusammen, sondern mit konstruktiven Mängeln im Design. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums und Praktikern können die Probleme folgende sein:

  • komplizierte Antragsverfahren und langwierige Prüfungen, die die Schnelligkeit der Erstattungen verringern;
  • unzureichende Zusammenarbeit mit Banken und Versicherern, weshalb Unternehmen keinen praktischen Nutzen erkennen;
  • Mangel an gezielter Informationskampagne — viele Unternehmen wissen schlicht nicht, wie sie den Mechanismus nutzen können;
  • Markttarife für die Versicherung kriegsbedingter Risiken und fehlender Wettbewerb auf dem Markt für Versicherungsprodukte.

Ein sozialer Beleg: Eine jährliche Umfrage der Європейської бізнес-асоціації Anfang 2026 zeigte, dass die Absicherung gegen Kriegsrisiken weiterhin eine der zentralen Prioritäten der Wirtschaft ist — es besteht also Nachfrage, das Problem liegt in der Umsetzung.

Was geändert werden muss — praktische Schritte

Damit das Programm zu funktionieren beginnt, schlagen Analysten und die Wirtschaft eine Reihe praktischer Änderungen vor, die keine komplizierten gesetzlichen Umgestaltungen erfordern, aber die Wirksamkeit verändern können:

  • die Verfahren für Antragstellung und Prüfung vereinfachen und digitalisieren, um die Wartezeiten zu verkürzen;
  • klare SLA für Prüfungen und Auszahlungen festlegen — das schafft Vertrauen in den Mechanismus;
  • Versicherer und Banken stärker in die Produktentwicklung einbeziehen, damit praktikable Lösungen für Risikoregionen entstehen;
  • eine Informationskampagne in den Regionen durchführen mit Beispielen erfolgreicher Fälle und schrittweisen Anleitungen für Unternehmen.

Folgen für Wirtschaft und Staat

Wenn das Design jetzt nicht korrigiert wird, riskiert der Staat, die Chance zu verlieren, die Investitions- und operative Widerstandsfähigkeit der Unternehmen in den Front- und betroffenen Regionen zu sichern. Das wirkt sich nicht nur auf einzelne Unternehmen aus, sondern auf Beschäftigung, Logistik und Steueraufkommen. Umgekehrt können schnelle technische Anpassungen und transparente Mechanismen Vertrauen wiederherstellen und ein Zeichen setzen — dass der Staat in der Lage ist, Unternehmen auch unter schwierigsten Bedingungen zu unterstützen.

Fazit

Der Widerspruch besteht darin, dass das Programm für die Bedürfnisse der Wirtschaft geschaffen wurde, aber nicht auf deren reale Arbeitslogik eingeht. Nun ist die Regierung am Zug: Deklarationen müssen in konkrete Prozesse mit messbaren Ergebnissen überführt werden. Das Problem liegt nicht in der Idee — sie existiert und ist wichtig — sondern in deren Umsetzung. Schafft es das System, sich zu ändern, bevor die Unternehmen die Schlussfolgerung ziehen, zu konservieren oder umzuziehen?

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