Die internationalen Reserven der Ukraine sanken um 5 %: Sicherheitsreserve erhalten, doch die Risiken nehmen zu

Zum 1. März belaufen sich die Reserven auf 54,75 Mrd. US-Dollar — die erste Verringerung seit Juli 2025. Wir erklären, was die treibenden Faktoren waren und warum das für Wechselkurs, Staatshaushalt und die wirtschaftliche Sicherheit wichtig ist.

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Фото пресслужби НБУ

Kurz

Nach Angaben des Pressedienstes der Nationalbank der Ukraine sind die internationalen Reserven des Landes im Februar um 5% gesunken. Stand 1. März betrug ihr Volumen 54,75 Mrd. US$ im Vergleich zu einem Rekord von 57,66 Mrd. US$ am 1. Februar — dies ist der erste Rückgang seit Juli 2025.

Was passiert ist

Die Hauptfaktoren, die den Rückgang der Reserven im Februar erklären:

  • Die Nationalbank verkaufte am Devisenmarkt fast 3 Mrd. US$; der Nettoverkauf von Devisen ging jedoch im Vergleich zum Januar um 19,8% zurück — ein Signal geringerer Kursbelastung.
  • Auf die Währungskonten der Regierung gingen 1 Mrd. US$ ein, darunter 690,8 Mio. US$ über Konten der Weltbank im Rahmen der Initiative der G7-Länder (ERA) und 309,6 Mio. US$ aus der Platzierung von OVDP.
  • Für die Bedienung und Rückzahlung der Staatsschulden wurden 804,1 Mio. US$ ausgezahlt, und die Neubewertung finanzieller Instrumente fügte den Reserven weitere 152,5 Mio. US$ hinzu.

„Trotz der Verringerung ist das Volumen der internationalen Reserven ausreichend, um die Stabilität des Devisenmarkts zu erhalten. Das aktuelle Volumen sichert die Finanzierung von 5,7 Monaten künftiger Importe“, — heißt es in der Mitteilung.

— Pressestelle der Nationalbank der Ukraine

Warum das wichtig ist

Reserven sind kein Schönheitsindikator der Bilanz, sondern ein realer Puffer für Importe, Schuldendienst und Kursunterstützung. Die Deckung von 5,7 Monaten Import bedeutet, dass die kurzfristigen Bedürfnisse ohne Notmaßnahmen gedeckt werden können, aber der Rückgang erinnert daran: Reserven reagieren auf Ströme — sowohl auf Verteidigungsausgaben und Schuldendienst als auch auf Zuflüsse von Partnern.

Andererseits deutet die Verringerung des Netto-Devisenverkaufs der Nationalbank vor dem Hintergrund der Zuflüsse aus der G7-ERA und der OVDP-Platzierung auf eine Kombination aus externer Unterstützung und Marktstabilisierung hin. Das ist ein wichtiges Signal für Investoren und Gläubiger: Die Unterstützungsmechanismen funktionieren, müssen aber erhalten und ausgeweitet werden.

Prognose und Risiken

Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat die Prognose verbessert und erwartet einen Anstieg der Reserven auf 65 Mrd. US$ im Jahr 2026 und auf 72,9 Mrd. US$ im Jahr 2027. Das zeugt von Vertrauen seitens der Partner und des Marktes, ist aber zugleich eine Prognose, die durch reale Zuflüsse bestätigt werden muss — durch Hilfe, Investitionen und die Beibehaltung fiskalischer Disziplin.

Fazit

Der Rückgang der Reserven im Februar ist ein beunruhigendes Signal, aber keine Krise: Im Gleichgewicht stehen sowohl Druckfaktoren (Schuldenzahlungen) als auch Unterstützungsfaktoren (Zahlungen der G7-ERA, OVDP). Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Zusagen der Partner in stabile Zuflüsse umgesetzt werden. Für jeden Bürger ist das eine Frage der Währungssicherheit, der Preisstabilität und der Fähigkeit des Staates, Verteidigung und Grundbedürfnisse zu finanzieren.

Ökonomen und die Märkte beobachten aufmerksam zwei Dinge: erstens das Tempo der Zuflüsse von internationalen Partnern; zweitens das Tempo der Schuldentilgungen. Wenn sich diese Ströme ausgleichen, hat die Prognose der NBU Chancen, Realität zu werden. Wenn nicht, werden zusätzliche Unterstützungsquellen nötig sein.

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