Kurz
Bloomberg berichtet, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) über die Lage in der Werchowna Rada besorgt ist: ein gesetzgeberischer Stillstand behindert die fristgerechte Verabschiedung einer Reihe von Reformen, ohne die die nächsten Tranchen des erweiterten Finanzierungsprogramms gefährdet wären.
Was passiert ist
Das Parlament muss bis Ende März eine Reihe von Entscheidungen verabschieden, die für den Erhalt der nächsten Tranche erforderlich sind. Medienberichten zufolge plant die Mission des IWF unter Leitung des Missionsleiters Gavin Gray, ab dem 18. März Gespräche mit Abgeordneten zu beginnen, um Prioritäten und die Risiken von Verzögerungen zu erläutern.
„Ich kann sagen, dass ich besorgt bin“
— Priscilla Toffano, Vertreterin des IWF in der Ukraine
Welche Änderungen angestrebt werden
Zu den wichtigsten Forderungen gehören die Einführung der Mehrwertsteuer (MwSt.) für Einzelunternehmer (FOP) im vereinfachten System, die Abschaffung der zollfreien Freigrenze für Paketsendungen aus dem Ausland und die Besteuerung von Einkünften aus digitalen Plattformen. Genau diese Schritte werden in der Liste der Bedingungen für weitere Finanzhilfen genannt.
Kontext und Zahlen
Das neue IWF-Programm für 2026–2029 sieht $8,1 Mrd. vor. Die erste Tranche in Höhe von $1,5 Mrd. war bereits am 3. März eingegangen; die nächste wird für Juni 2026 erwartet, hängt jedoch von der Erfüllung der Bedingungen ab, die zuvor detailliert von LIGA.net veröffentlicht wurden.
Nach gemeinsamen Schätzungen der ukrainischen Regierung und des IWF könnte das externe Finanzierungsdefizit für 2026–2029 im Basisszenario bei rund $136,5 Mrd. liegen. Gleichzeitig wird die EU-Hilfe in Höhe von €90 Mrd. von einzelnen Mitgliedstaaten, darunter Ungarn und der Slowakei, blockiert, was die Risiken für die finanzielle Stabilität erhöht.
Welche Risiken bestehen
Im schlimmsten Fall, sollten die externen Zuflüsse ausbleiben, könnte die Nationalbank (NBU) zu einer direkten Kreditierung des Finanzministeriums greifen, wie zu Beginn der groß angelegten Invasion. Eine anhaltende Abhängigkeit von Geldschöpfung droht eine Beschleunigung der Inflation und das Vertrauen der Märkte zu untergraben.
Was das für die Ukrainer bedeutet
Kurzfristig — Druck auf den Wechselkurs und die Kosten der Kreditaufnahme; langfristig — weniger Mittel für die stabile Finanzierung von Verteidigung und Sozialausgaben. Mit anderen Worten: Entscheidungen im Parlament betreffen nicht nur bürokratische Fristen, sondern die Fähigkeit des Staates, Ausgaben im Kriegsfall zu planen.
Wie es weitergeht
Der IWF tritt als glaubwürdiger Kreditgeber auf: nun liegt es an den Abgeordneten, die Gespräche und Treffen in Stimmen umzuwandeln. Expertenkreise und die Regierung sind sich einig, dass Gelder und Programme keine Abstraktion sind, sondern eine reale Stütze für Wirtschaft und Verteidigung. Ob eine Einigung gelingt, ist eine Frage, von deren Beantwortung die finanzielle Handlungsfreiheit der Ukraine in den nächsten Jahren abhängt.
Quellen
Bloomberg; LIGA.net; Aussagen von IWF-Vertretern sowie offizielle Schätzungen der Regierung und der Nationalbank.