Warum Sie das heute lesen sollten
Der vom Finanzministerium vorgeschlagene Mechanismus zur verpflichtenden Registrierung von Einzelunternehmern (FOP) als Mehrwertsteuerpflichtige (mit einer Schwelle von 1 млн грн) könnte rund 660 000 natürliche Personen-Unternehmer betreffen. Der Rat des Wirtschaftsombudsmanns (RBO) fordert, die Schwelle mindestens auf 4 млн грн anzuheben und ein Audit des Systems zur Überwachung der Kriterien zur Risikobewertung (SMKOR) durchzuführen — nicht als politische Geste, sondern als praktischen Schritt zur Wahrung der wirtschaftlichen Stabilität.
Was der RBO vorschlägt
Der Rat des Wirtschaftsombudsmanns hat der Regierung Empfehlungen übermittelt: die Schwelle für die verpflichtende Registrierung als Mehrwertsteuerpflichtiger auf 4 млн грн unter Berücksichtigung der Inflation seit 2015 anzuheben und Änderungen nicht ohne vorheriges Audit des SMKOR und Modellierung der Auswirkungen auf neue Steuerpflichtige einzuführen.
„Die Initiative in ihrer jetzigen Form kann eine kritische Last für Klein- und Kleinstunternehmen werden“
— Rat des Wirtschaftsombudsmanns (offizielle Erklärung)
Warum gerade 4 млн грн eine rationale Zahl ist
Der RBO orientierte sich an der Kaufkraft: Die Schwelle von 1 млн грн wurde 2015 festgelegt. Zum Kurs vom 1. Januar 2015 entsprach 1 млн грн ungefähr $63 400, zum 1. Januar 2026 waren es rund $23 600. Logischerweise müsste die Schwelle, um das äquivalente Niveau zu erhalten, fast verdreifacht werden, also auf etwa 4 млн грн.
Risiken für Unternehmer und für den Staatshaushalt
Der RBO warnt: Die automatische Registrierung in Verbindung mit dem Betrieb des SMKOR kann den Status „neuer Zahler — risikoreich“ zu einem Katalysator für die Sperrung von Rechnungen, den Verlust von Betriebskapital und zur Geschäftsunterbrechung machen. Offizielle Berechnungen nennen durchschnittliche jährliche Ausgaben für MwSt.-Compliance von 2751 грн, doch Studien und reale Fälle zeigen, dass die Kosten aufgrund von Buchhaltungsdienstleistungen, Zeitaufwand und Streitbeilegungen bis zu ≈120 000 грн pro Jahr erreichen können.
„Durch die Pflicht zur Registrierung von Rechnungen geraten neue Zahler unter die Kontrolle des MwSt.-Monitoring-Systems, das zu einem erheblichen Hindernis für die tägliche Tätigkeit werden kann“
— Rat des Wirtschaftsombudsmanns (Kommentar zu den Empfehlungen)
Kontext: Fristen und internationale Verpflichtungen
Der Gesetzentwurf des Finanzministeriums sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2027 Steuerzahler des Einheitssteuersystems, deren Umsätze in den letzten 12 Monaten 1 млн грн überschritten haben, sich als Mehrwertsteuerpflichtige registrieren müssen. Diese Bestimmung wird als Bedingung für die Zusammenarbeit mit dem IWF erwähnt und ist in der Nationalen Strategie der Einnahmen verankert. Damit ist die Entscheidung nicht nur eine interne Steuerreform, sondern auch Teil der Verhandlungen mit strategischen Partnern.
Analyse: Wie man ein Gleichgewicht findet
Es besteht ein offensichtliches Dilemma: Der Staat braucht verlässliche Einnahmen, doch in Kriegszeiten und danach ist es wichtiger, die unternehmerische Front — Mikro- und Kleinbetriebe, die Arbeitsplätze schaffen und der Wirtschaft Flexibilität verleihen — zu erhalten. Der RBO schlägt einen pragmatischen Ansatz vor: die Schwelle auf einen realistischen Betrag anheben, das SMKOR auditieren und Änderungen schrittweise einführen, um Schockwirkungen zu vermeiden.
Was der Leser davon hat
Für Inhaber von FOP geht es um Liquidität, zusätzliche Buchhaltungskosten und das Risiko von Sperrungen. Für Bürgerinnen und Bürger darum, ob sich Preise für Dienstleistungen und Waren durch die zusätzlichen Kosten der Unternehmer erhöhen werden. Für den Staat um einen Kompromiss zwischen schnellen Einnahmen und langfristiger wirtschaftlicher Stabilität.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung liegt bei Kabinett und Gesetzgebern, doch die Argumente des RBO sind gewichtig: Es handelt sich nicht nur um Empathie gegenüber dem Geschäft, sondern um eine Analyse der Kaufkraft, potenzieller Kosten und systemischer Risiken. Die Frage ist nicht, ob Steuern erhoben werden sollen, sondern wie dies so geschehen kann, dass die Grundlage der Wirtschaft, die das Land derzeit über Wasser hält, nicht untergraben wird.
Fazit: Audit des SMKOR, Anhebung der Schwelle und schrittweise Implementierung — ein Kompromiss, der sowohl Einnahmen für den Haushalt als auch die Funktionsfähigkeit des Kleinunternehmenssektors während des Wiederaufbaus bewahrt.