Alecta-Ankündigung und Ausmaß
Der schwedische Pensionsfonds Alecta hat einen Großteil seiner Bestände an US-Staatsanleihen verkauft – rund 70–80 Mrd. Schwedische Kronen (etwa $7,7–8,8 Mrd.), berichtet Dagens Industri unter Berufung auf Quellen. Auf der Website des Fonds heißt es, Alecta verwalte die Renten von 2,8 Mio. Personen und Unternehmen und verfüge über Vermögenswerte von rund 1.300 Mrd. Kronen (≈ $142,7 Mrd.).
„Erhöhtes Risiko und Unvorhersehbarkeit in der US-Politik“
— erklärten Vertreter von Alecta (laut Dagens Industri)
Kontext: weitere Abzüge und Reaktionen
Bereits am 20. Januar hatte der dänische Pensionsfonds AkademikerPension seinen geplanten Ausstieg aus Investitionen in US-Staatsanleihen bis Ende des Monats angekündigt. Analysten werten beide Entscheidungen als Reaktion auf gestiegene geopolitische und politische Unsicherheit im Zusammenhang mit Entscheidungen der US-Administration.
„Dänemarks Investitionen in US-Staatsanleihen, genauso wie Dänemark selbst, – bedeuten nichts“
— Scott Bessent (laut Quellen)
Ein wichtiger politischer Hintergrund: Am 17. Januar 2026 kündigte der US-Präsident Pläne an, Zölle gegen Verbündete im Zusammenhang mit der Frage Grönlands zu verhängen – ein Schritt, der die transatlantischen Beziehungen zusätzlich belastete und die Besorgnis der Investoren verstärkte.
Warum das wichtig ist
Kurz gesagt — durch drei Risikokanäle für die Ukraine und die breiten Märkte:
1) Finanzierungskosten. Massive Verkäufe von US-Staatsanleihen drücken die Anleihepreise und treiben die Renditen in die Höhe. Höhere Zinsen in den USA wirken sich global aus und erhöhen die Kosten der Kreditaufnahme für Staaten und Unternehmen.
2) Umverteilung von Kapital. Europäische Fonds, die ihre Positionen in US-Papieren reduzieren, könnten nach Alternativen suchen – Euroanleihen, Gold, Inlandinvestitionen. Das verändert die Struktur der internationalen Finanzierung, insbesondere die Ströme, die Verteidigungs- und humanitäre Programme unterstützen.
3) Vertrauenssignal gegenüber der Politik. Der Verzicht auf US-Staatsanleihen ist nicht nur eine finanzielle Transaktion, sondern auch eine politische Botschaft: Große Institutionen beginnen, geopolitische Unsicherheit in ihren Portfolios zu berücksichtigen. Für Länder, die von transatlantischer Unterstützung abhängig sind, ist das ein zusätzlicher Indikator, den es zu beobachten gilt.
Mögliche Folgen für die Ukraine
Die Richtung dieser Bewegungen muss nicht zwangsläufig sofort Probleme verursachen, schafft aber zusätzliche Risiken: Währungsfluktuationen, steigende Zinsen und veränderte Prioritäten der Investoren können die Beschaffung langfristiger Mittel erschweren. Für die Ukraine bedeutet das, dass politische Garantien und finanzielle Unterstützung durch Partner durch konkrete Mechanismen und Verträge abgesichert sein müssen und nicht nur durch Erklärungen.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Wochen sollte man zwei Indikatoren im Auge behalten: die Reaktionen anderer großer europäischer und globaler Fonds sowie die Entwicklung der Renditen von US-Staatsanleihen. Wenn Verkäufe systemisch werden, wird das die Preisorientierungen an den breiten Märkten verändern.
Für die Ukraine ist die zentrale Frage nicht nur eine der Zahlen: Wird die Rhetorik über Hilfe in konkrete Instrumente übersetzt, die Marktschwankungen standhalten? Davon hängt ab, wie stabil die Unterstützung auf lange Sicht sein wird.