Was bekannt ist
Nach Angaben von Reuters erwägt die Verwaltung von Donald Trump die Option einmaliger Zahlungen an die Einwohner Grönlands — von $10 000 bis $100 000 pro Person — um die Inseln von Dänemark zu lösen und stärker in die USA zu integrieren oder ihnen sogar einen eigenen Status unter amerikanischem Protektorat zu geben. Die Bevölkerung Grönlands beträgt rund 57 000 Menschen — bei $100 000 pro Person könnte die Gesamtsumme fast $6 Mrd. erreichen.
Welche Mechanismen erwogen werden
Zu den Optionen gehören direkte Zahlungen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung oder die Nutzung eines Instruments ähnlich dem Compact of Free Association (COFA), das die USA mit mehreren Inselstaaten im Pazifik geschlossen haben. COFA sieht umfassende wirtschaftliche und militärische Unterstützung im Austausch für besondere Bestimmungen zur Stationierung von Truppen und präferenzielle Handelsbedingungen vor.
„Trump und seine Sicherheitsberater prüfen, wie ein möglicher Kauf aussehen könnte“
— Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses (Zitat nach Reuters)
Warum das wichtig ist: Sicherheit, Ressourcen, Präzedenzfall
Die Initiative geht über bloße finanzielle Anreize hinaus. Grönland ist eine strategisch wichtige Region: arktische Routen, die Nähe zu Nordamerika und potenzielle Bodenschätze machen die Insel für Großmächte interessant. Analysten weisen darauf hin, dass die USA an einer festen militärischen Präsenz interessiert sein könnten oder daran, den Zugang anderer Akteure zu der Region zu erschweren.
Zugleich geht es um Prinzipien des Völkerrechts und der Souveränität. Direkte Zahlungen an die Bevölkerung als Mittel zum Kauf von Unterstützung schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall, der Normen untergräbt, die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit schützen.
Was die Grönländer und die internationale Gemeinschaft sagen
Umfragen zeigen: Die Mehrheit der Grönländer strebt nach größerer Selbstständigkeit, möchte aber nicht automatisch Teil der USA werden. Auch in Kopenhagen sowie in den offiziellen Vertretungen Grönlands und Dänemarks wurde klargemacht, dass die Frage komplex ist und nicht mit Zwang zu lösen ist. Reuters berichtet, dass Vertreter des Weißen Hauses Journalisten an die Pressesprecherin und an Senator Marco Rubio verwiesen haben, der das Thema mit einem dänischen Kollegen besprechen will.
Wie realistisch ist die Umsetzung und was kommt als Nächstes
Die praktische Umsetzung solcher Pläne stößt auf mehrere Hürden: die Rechte Dänemarks an dem Gebiet, der politische Wille der Grönländer selbst und die internationalen Folgen, die diplomatische Spannungen auslösen könnten. Zudem dürfte selbst ein erhebliches finanzielles Angebot kaum Fragen von Identität, wirtschaftlicher Verflechtung und politischen Garantien ersetzen.
Fazit
Die von Reuters beschriebene Initiative geht nicht nur ums Geld: Sie ist ein geopolitischer Test, der etablierte Souveränitätsnormen infrage stellt. Für die Ukraine ist dieser Fall ein wichtiges Beispiel dafür, wie Großmächte versuchen können, den Status von Gebieten mit unkonventionellen Mitteln zu verändern — ein Thema, das Aufmerksamkeit von der internationalen Gemeinschaft und den Verbündeten verlangt.
Ob sich diese diplomatischen Gespräche in konkrete Schritte verwandeln, hängt von der Reaktion Kopenhagens, der Haltung der Grönländer und pragmatischen Überlegungen Washingtons ab. Solange die Schlagzeilen dominieren, läuft die eigentliche Arbeit hinter den Kulissen — und für Europa und die NATO ist das ein weiterer Anlass, die eigene Arktisstrategie zu schärfen.