Wahlen im Wert von 10 Mrd. Griwna: Warum die Ukraine ihre Partner um Hilfe bittet und was daraus folgt

Wahlen während des Krieges zu organisieren ist deutlich teurer — wir erklären, woher Hunderte Millionen kommen, wer die Kosten einschätzt und warum es bei dieser Frage um die Sicherheit und die internationale Unterstützung der Ukraine geht.

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Organisation der Wahlen als Frage von Sicherheit und Vertrauen

Der erste Vizepräsident des Parlaments, Олександр Корнієнко, erklärte deutlich: die Organisation der bevorstehenden Wahlen unter den gegenwärtigen Bedingungen würde „vielleicht mehr als 10 Milliarden Hrywnja“ kosten, und diese Ausgaben müssten teilweise oder vollständig von internationalen Partnern getragen werden (Interview Noviny.LIVE). Das ist nicht nur Arithmetik – es ist eine Frage, die Logistik, Bürgerrechte und die internationale Legitimität der Ergebnisse verbindet.

„Das sind Milliarden Hrywnja. Bei normalen Wahlen haben wir 2–3 Milliarden ausgegeben… Jetzt geht es vielleicht um mehr als 10 Milliarden. Man muss verstehen, dass die Partner das vollständig sicherstellen müssen“

— Олександр Корнієнко, erster Vizepräsident der Werchowna Rada, Vorsitzender der Partei 'Diener des Volkes' (Noviny.LIVE)

Warum die Kosten gestiegen sind

Die Gründe sind einfach und zugleich komplex. Erstens die Größenordnung der Herausforderungen: Nach Schätzungen von Amtsträgern befinden sich derzeit mehr als 4 Millionen Bürger im Ausland – ihnen muss die Möglichkeit gegeben werden, auf verschiedene Weise zu wählen. Zweitens die Zerstörung der Infrastruktur: In unterschiedlichen Schätzungen werden Zahlen von 2.000 bis 6.000 Wahlbezirken genannt, die beschädigt oder zerstört sind. Drittens Inflation und höhere Kosten für Logistik, Sicherheit und Vergütung der Kommissionsmitglieder – etwa 70% der Ausgaben entfallen auf die Gehälter der Mitglieder der Wahlkommissionen (Schätzungen der Zentralen Wahlkommission, ZWK).

Unterschiedliche Schätzungen – was die verschiedenen Zahlen bedeuten

Die Schätzungen variieren: Der stellvertretende Vorsitzende der ZWK, Сергій Дубовик, sprach von einer Summe von rund 20 Mrd. грн unter Einbeziehung der begleitenden Kosten (Interview RBK-Ukraine), während Korniienko „über 10 Mrd.“ nennt. Der Unterschied ist teilweise methodisch bedingt: Soll man alle Begleitkosten (Logistik, Informationskampagnen, Sicherheit, internationale Hilfe) einrechnen oder nur direkte Ausgaben für Wahllokale und Kommissionen? Auch der Bezugspunkt ist wichtig – die Basisabschätzung für Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen unterscheidet sich erheblich.

„Die Durchführung der kommenden Wahlen kostet mindestens 20 Milliarden Hrywnja, wenn man alle Begleitkosten berücksichtigt“

— Сергій Дубовик, stellvertretender Vorsitzender der ZWK (RBK-Ukraine)

Wer zahlt – und wie sollte der Plan aussehen

Die Bitte um internationale Finanzierung ist kein Schrei ins Leere, sondern eine praktische Rechnung. Partner finanzieren bereits Sicherheits- und Hilfsprogramme; die Sicherstellung der Wahlrechte ist eine logische Fortsetzung dieser Unterstützung und ein Vertrauensbeweis in die Wiederherstellung demokratischer Prozesse in der Ukraine. Es bedarf jedoch klarer Mechanismen: transparente Verträge, unabhängige Aufsicht, Sicherheitsgarantien für Wahlkommissionen und Bürger, die sowohl in der Ukraine als auch im Ausland wählen.

Fazit: Wahlen als Test der Staatlichkeit

Das Zählen der Hrywnja ist wichtig, aber noch bedeutender sind Fragen nach Format und Garantien. Von der Schnelligkeit und Transparenz der Vereinbarungen mit den Partnern wird nicht nur der Haushaltsposten abhängen, sondern auch die Wahrnehmung der Wahlergebnisse durch die internationale Gemeinschaft. Sind die Partner bereit, von Erklärungen zu konkreten finanziellen und logistischen Schritten überzugehen – das ist die Schlüsselfrage für die kommenden Monate.

Nun liegt der Ball bei denen, die von der Unterstützung der Demokratie sprechen: Werden Worte in unterzeichnete Abkommen und Mechanismen umgesetzt, die tatsächlich das Wahlrecht jedes Ukrainers gewährleisten?

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