Markt: Was passiert ist
Bloomberg berichtete, dass der Spotpreis für Gold um 1,6% auf $4670,47 pro Unze gestiegen sei, mit einem Höchststand von $4690,59. Silber legte 3,4% zu und stieg auf $93,1755 pro Unze (Maximum $94,1213). Diese Marktreaktion wurde durch die Äußerungen des US-Präsidenten zu Grönland und die damit verbundenen handelspolitischen Schritte ausgelöst.
Warum die Märkte steigen: Logik, keine Panik
Die Preise für Edelmetalle spiegeln traditionell Erwartungen über Unsicherheit und eine Schwächung des Dollars wider. Analysten nennen drei Wirkungsmechanismen: erhöhtes geopolitisches Risiko, steigende Handelsspannungen und ein Verlust an Vertrauen in die US-Währung. Zusammengenommen schaffen diese Faktoren Nachfrage nach sicheren Anlagen — Gold und Silber.
„Geopolitische Risiken nehmen weiter zu. Neue Unsicherheit im Handel untergräbt die Wachstumsaussichten, und die Außenpolitik der USA untergräbt das Vertrauen in den US-Dollar. Das ist die ideale Kombination für Gold und Silber.“
— Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com Inc., Melbourne
Prognosen und maßgebliche Einschätzungen
Der Markt enthält bereits ambitionierte Projektionen: Citigroup sagte eine Möglichkeit voraus, dass Gold innerhalb weniger Monate $5000 pro Unze und Silber $100 pro Unze erreichen könnte. Solche Einschätzungen dienen als sozialer Beleg für Investoren und verstärken den Trend, da große Marktteilnehmer ihre Portfolios an diese Erwartungen anpassen.
Politische Entscheidungen, die den Markt anheizen
Am 17. Januar wurde in Pressemitteilungen die Einführung von US-Zöllen gegen eine Reihe europäischer Länder im Zusammenhang mit den Kontroversen um Grönland erwähnt: ab 1. Februar 2026 — 10% Zoll auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Finnland; ab 1. Juni 2026 — Anhebung auf 25%. Politico und europäische Quellen berichten außerdem, dass die EU bereit sei, Gegenmaßnahmen im Umfang von bis zu €93 Mrd. zu prüfen, sowie über eine mögliche Verzögerung bei der Ratifizierung von Handelsabkommen auf Ebene des Europaparlaments.
Was das für die Ukraine bedeutet
Indirekte Effekte sind real. Steigende Preise für Edelmetalle und ein schwächerer Dollar setzen Wechselkurse, Importkosten und Kosten externer Verschuldung unter Druck. Für die Ukraine bedeutet das: 1) mögliche Verteuerung bestimmter importierter Waren und Komponenten; 2) Anpassungen bei der Bewertung der Währungsreserven und der Absicherungsstrategie; 3) Auswirkungen auf die Kosten internationaler Beschaffungen von Waffen und Ausrüstung, die oft an den Dollar gekoppelt sind. All das macht eine transparente Währungspolitik und vorausschauende Haushaltsplanung wichtiger.
Fazit — Keine Panik, mit Plan
Märkte reagieren auf konkrete politische Schritte und auf die Erwartungen großer Investoren. Für den ukrainischen Leser ist nicht die Frage „wie sehr wird Gold steigen“ zentral, sondern wie Staat und Unternehmen sich an die Veränderungen anpassen: von Absicherungsstrategien bis hin zu Prioritäten bei der Finanzierung von Verteidigung und Infrastruktur. Nun sind die Politiker und Finanzmanager gefordert — ob sie kurzfristige Turbulenzen in langfristige Widerstandsfähigkeit verwandeln.