In der neuen Folge des Podcasts Happy Sad Confused sprach Jennifer Lawrence offen über eine Episode ihrer Karriere: Sie bekam die Rolle der Sharon Tate in Quentin Tarantinos Film von 2019 nicht. Das berichtet UNN – und die Schauspielerin bestätigte die Details des Gesprächs während der Aufnahme selbst.
Was geschah
Nach Angaben von Lawrence war der Regisseur geneigt, sie in Betracht zu ziehen, doch offenbar entschied die „Industrie“ anders. Sie beschrieb die Situation so:
„Er wollte mich nehmen, und dann sagten alle: sie ist nicht schön genug, um Sharon Tate zu spielen, und damit war alles vorbei“
— Jennifer Lawrence, Schauspielerin, Podcast Happy Sad Confused
In der Folge erhielt Margot Robbie die Rolle. Tarantino hatte zuvor bestätigt, dass Lawrence zu ihm gekommen sei, um das Drehbuch zu lesen; der Regisseur stellte sie sich ursprünglich in der Rolle der Squeaky Fromme vor, die schließlich von Dakota Fanning gespielt wurde. Lawrence erwähnte außerdem im Scherz, dass sie aus demselben Grund—ihrer eigenen Beschreibung nach in Bezug auf ihr Aussehen—bei einem Casting für eine der Hauptrollen in der Twilight-Saga durchgefallen sei.
Kontext: Warum das nicht einfach eine „individuelle Kränkung“ ist
Castings für große Projekte werden häufig nicht allein nach Talent entschieden, sondern von einer Reihe anderer Faktoren beeinflusst: äußerliche Ähnlichkeit mit einer historischen Figur, Marketingkalküle, Erwartungen der Produzenten und die Reaktion des Publikums. Im Fall von Sharon Tate spielte neben der künstlerischen Übereinstimmung auch das Bild eine Rolle, das die Werbekampagne des Films unterstützen sollte.
Filmanalysten weisen darauf hin: Solche Entscheidungen filtern Schauspielerinnen systematisch nach Schönheitsstandards, die sich langsamer verändern als künstlerische Ansätze. Das erklärt, warum selbst eine bekannte und erfolgreiche Schauspielerin außerhalb einer bestimmten Rolle landen kann.
Was das für Zuschauer und für die Industrie bedeutet
Lawrences Geschichte hat zwei Ebenen. Zum einen zeigt sie, wie die Mechanismen der Branche funktionieren — nicht immer transparent und nicht ausschließlich talentbasiert. Zum anderen ist sie eine Erinnerung an die gesellschaftliche Wirkung: Die Diskussion solcher Fälle fördert die öffentliche Debatte über Repräsentation, Schönheitsstandards und berufliche Kriterien im Film.
Für die ukrainische Leserschaft ist das ebenfalls ein Signal: Kulturelle Standards werden systemisch geformt und ändern sich nicht allein durch einzelne Aussagen, sondern durch die Praxis — wen man auswählt, wen man fördert, auf wen man in großen Projekten setzt. Talent allein reicht oft nicht ohne die Unterstützung neuer Spielregeln.
Konsequenz? Die Debatte über Schönheit, Repräsentation und berufliche Kriterien im Film geht weiter — und sie ist nicht nur für Stars wichtig, sondern auch für das Publikum, das die Nachfrage nach neuen Geschichten und neuen Standards formt.
Während die Branche ihre Ansätze anpasst, bleibt Jennifer Lawrence eine der gefragtesten Schauspielerinnen ihrer Generation, und der Fall mit Tarantino ist ein weiterer Anlass, über systemische Castingpraktiken zu sprechen.