86 „Molniy“ im Januar: Was die Rolle von Starlink bei der Koordination russischer Angriffe zeigt

Das Ergebnis der Arbeit einer REB‑Einheit – ein quantitativer Beleg dafür, wie Satelliteninternet die Geschwindigkeit und Präzision der Angriffe Russlands verändert hat. Warum das gerade jetzt wichtig ist – klären wir mit einem Experten.

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Іван Киричевський (Фото: Facebook-акаунт військового)

Der «Рейд» des 413. Regiments: Zahlen als Spiegel des Problems

Operatoren der elektronischen Kampfführung des 413. Regiments «Рейд» unterdrückten im Januar 86 russische Angriffs‑UAVs des Typs «Молнія». Diese Zahl nannte der Angehörige des «Рейd» und Waffenspezialist von Defense Express, Іван Киричевський, in einem Interview mit LIGA.net. Der Fakt ist nicht nur Statistik: Dahinter steht eine technologische Abhängigkeit, die Russland ermöglichte, die Koordination auf dem Schlachtfeld zu verstärken.

Warum Starlink für die Russen Bedeutung hatte

Nach Angaben Kirichevskys erfüllten Satelliten‑Internetterminals für die Russen die Rolle eines instrumentellen Mittels zur überverbandsmäßigen Führung. Das bedeutete, dass kleine Infanteriegruppen, Angriffs‑FPV‑Drohnen und Artillerie nahezu in Echtzeit als ein System arbeiten konnten – was die Effektivität der Schläge erhöhte und die Abwehr von unserer Seite erschwerte.

„Dieser Wert der Niederschaltung russischer Drohnen ist eine anschauliche Illustration dafür, welche Rolle Starlink für die Russen spielte... Für die Russen war das genau ein Instrument zur überverbandsmäßigen Führung der Truppen, nötig, um kleine Infanteriegruppen, Angriffs‑UAVs zu einem einzigen Schlagfaust zu verbinden und damit all das nahezu in Echtzeit durch gelenkte Bomben und Artillerieunterstützung abgesichert wurde.“

— Іван Киричевський, Angehöriger des «Рейд», Experte Defense Express

Was genau angegriffen wird und wie das funktioniert

Die «Молнія» ist ein günstiges, flugzeugähnliches Angriffs‑UAV, das häufig als Kamikaze‑Drohne eingesetzt wird. Es hat ein geringes Gewicht und eine einfache Konstruktion (Rumpf ~1,5 m, Flügelspannweite ~1,2 m). Die Nutzlast kann sogar eine Panzerabwehrmine TM‑62M umfassen, die Geschwindigkeit liegt bei bis zu ~90 km/h und die Reichweite bei mindestens 40 km. Wegen der niedrigen Kosten und der einfachen Fertigung werden diese Geräte als Mittel zur Erschöpfung von Luftabwehr‑ und elektronischen Gegenmaßnahmensystemen eingesetzt.

Kontext: Was sich änderte, nachdem Starlink an Drohnen entdeckt wurde

Im Januar gab es Meldungen über erste Fälle des Einsatzes von Satelliteninternet bei russischen Angriffen (unter anderem wurden Vorfälle bei Кропивницьким und ein Drohnenflug bis nach Дніпро genannt). Danach führte die Ukraine eine Registrierung der Terminals ein – sowohl für militärische als auch für zivile Nutzer – und kündigte die Abschaltung nicht verifizierter Geräte an. Das ist ein unmittelbarer Schritt, der den Zugang des Feindes zu unkontrollierten Steuerungskanälen verringern soll.

Folgen und Prognose

Киричевський weist darauf hin, dass ein vollständiges Ende der Flüge der «Молній» nicht eingetreten ist – die Drohnen werden weiterhin eingesetzt, aber der Verlust einer einfachen, einheitlichen Kommunikationsplattform verringert das Potenzial für massenhafte Koordination. Seiner Einschätzung nach sucht die RF bereits nach alternativen Lösungen im Bereich der Satellitenkommunikation, doch jede solche Ersatzlösung wird Zeit und Ressourcen erfordern.

Was das für uns bedeutet: Die Einschränkung des Zugangs zu unzuverlässigen Terminals ist kein sofortiges „Ende“ der Drohnen, aber ein strategischer Schritt, der dem Gegner die schnelle und zentralisierte Koordination von Angriffen erschwert. Die nächste Frage ist, wie schnell Partner und unsere Dienste den temporären Vorsprung in einen langfristigen technologischen Vorteil verwandeln können.

Quelle: Interview LIGA.net; Kommentare von Іван Киричевський (Defense Express); offene Meldungen zur Registrierung von Terminals in der Ukraine.

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