Boykott der WM 2026 wegen Grönlands: Deutscher Appell und Risiken für die europäische Sicherheit

Der Präsident von St. Pauli hat vorgeschlagen, nach Trumps Äußerungen über Grönland einen Boykott der WM zu diskutieren. Warum dieses Thema über den Sport hinausgeht und Bedeutung für die Sicherheit der Ukraine hat — kurz und ohne Panik.

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Was passiert ist

Associated Press (AP), das UNN zitiert, berichtet die Worte von Oke Göttlich — Präsident des deutschen Klubs «St. Pauli» und Mitglied des Deutschen Fußball-Bundes. Er forderte auf, einen Boykott der Weltmeisterschaft 2026 (in den USA, Kanada und Mexiko) angesichts der Äußerungen des US‑Präsidenten Donald Trump über Grönland zu prüfen. Laut Göttlich sei die potenzielle Bedrohung derzeit größer als beim Boykott der Olympischen Spiele in den 1980er Jahren, und diese Debatte müsse jetzt geführt werden.

„Welche Rechtfertigungen gab es für den Boykott der Olympischen Spiele in den 1980er Jahren? Meiner Einschätzung nach ist die potenzielle Bedrohung jetzt größer als damals. Wir müssen diese Diskussion führen. Katar war für alle zu politisch – und jetzt sollen wir völlig apolitisch sein? Das beunruhigt mich sehr, sehr, sehr.“

— Oke Göttlich, Präsident «St. Pauli»

Positionen und Widerstand

AP weist darauf hin, dass solche Aufrufe vermutlich auf Widerstand seitens offizieller Fußballinstitutionen stoßen werden: Im Beitrag werden der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Bernd Neuendorf und der FIFA‑Präsident Gianni Infantino als jene genannt, die die Idee eines Boykotts kaum unterstützen dürften.

In deutschen Politikerkreisen hat sich die Debatte zugespitzt: Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU‑Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, schloss eine derartige Initiative als Reaktion auf die US‑Pläne bezüglich Grönlands nicht aus.

Warum das für Europa und die Ukraine wichtig ist

Auf den ersten Blick geht es um Sport, doch der Rahmen ist weiter gefasst. Aussagen über territoriale Kontrolle sind nicht nur diplomatische Rhetorik: Sie untergraben die Normen, die Souveränität und Stabilität in Europa garantieren. Für die Ukraine ist das keine abstrakte Bedrohung: Eine Schwächung internationaler Regeln schafft Präzedenzfälle, die revisionistische Akteure ausnutzen könnten.

Die Geschichte zeigt: Ein Boykott kann ein Druckmittel oder ein symbolischer Akt sein. Er mobilisiert öffentliche Aufmerksamkeit, doch seine Wirksamkeit hängt von der Breite der Koalition ab – politische Führungspersönlichkeiten, Verbände und Fans müssen Risiken und Nutzen abwägen.

Wie es weitergeht

Das wahrscheinlichste Szenario ist eine heftige innenpolitische Debatte in Deutschland und diplomatische Konsultationen mit Partnern. Die FIFA und die nationalen Verbände haben materielle und imagebezogene Anreize, eine Spaltung zu vermeiden. Dennoch signalisiert allein die Tatsache, dass das Thema aufgebracht wurde: Sportereignisse lassen sich nicht mehr von der Geopolitik trennen.

Fragen zur weiteren Überlegung: Werden die Länder Worte in koordinierte Maßnahmen umsetzen oder es bei Erklärungen belassen – und wie wird der gewählte Weg das einheitliche System internationaler Garantien beeinflussen, das auch die Ukraine schützt?

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