Wegen des NABU‑Gesetzes hat die Ukraine Taurus- und Tomahawk-Raketen nicht erhalten — was bedeutet das für Sicherheit und Verhandlungen?

In Davos brachte Vizepremier Taras Kachka die Verzögerung bei den Lieferungen von Langstreckenraketen mit dem Vertrauensverlust der Partner in Verbindung, der nach der Änderung des Status von NABU und SAP entstanden sei. Wir erklären, warum das die Front und die Chancen der EU‑Integration beeinträchtigt.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Vereinbarungen

Beim Ukrainischen Frühstück in Davos brachte der Vizepremier für Europäische Integration Taras Kachka die Folgen der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Unabhängigkeit von NABU und SAP einschränkte, mit der Tatsache in Verbindung, dass unser Land von Partnern keine Langstreckenraketen Taurus und Tomahawk erhalten habe. Diese Aussage verdient Aufmerksamkeit nicht wegen Dramatik, sondern wegen der Entscheidungsmechanik in den Hauptstädten der Verbündeten: Vertrauen in Institutionen ist ein Schlüsselfaktor bei der Übergabe strategischer Bewaffnung.

"Und jeder solche Rücktritt reinigt die Ukraine. Natürlich spüren wir noch immer gewisse Nachwirkungen der Juli-Ereignisse [Verabschiedung des Gesetzes zur Aberkennung der Unabhängigkeit von NABU und SAP]. Und wir spüren noch immer die Folgen dieser falschen Entscheidung, weil wir keine Taurus und Tomahawk erhalten haben. Aber wir haben das für uns korrigiert."

— Taras Kachka, Vizepremierminister für europäische und euro-atlantische Integration

Kachka teilte außerdem mit, dass in letzter Zeit in der Ukraine 124 Amtspersonen wegen Korruption verurteilt wurden und dass er persönlich Verordnungen zur Entlassung zweier Minister nach Untersuchungen im Energiesektor initiiert habe. Das ist ein sozialer Beleg für Wirksamkeit der Antikorruptionspolitik, doch gleichzeitig hat die politische Schwächung der Institutionen das Bild bei den Partnern untergraben.

"Bald habe ich neue Verhandlungen, und dieses Jahr wollen wir nicht mehr klagen und herumjammern, dass etwas nicht klappt, sondern uns auf die Umsetzung konzentrieren."

— Taras Kachka, Vizepremierminister für europäische und euro-atlantische Integration

Kontext und Chronik

Die Ereignisse der letzten Tage des Jahres 2025 zeigten, wie schnell politische Entscheidungen die äußere Unterstützung untergraben können — und wie zügig die Lage korrigiert werden kann.

  • 22. Juli 2025 — Die Rada unterstützte und der Präsident unterzeichnete ein Gesetz, das die Unabhängigkeit von NABU und SAP aufhob; dies löste Proteste in den Städten und Besorgnis bei westlichen Partnern aus.
  • 23. Juli — Der Präsident versprach, einen neuen Gesetzentwurf einzubringen; das Dokument wurde am folgenden Tag registriert.
  • 31. Juli — Rada und Präsident stellten die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörden wieder her (der Gesetzentwurf wurde in erster Lesung und insgesamt unterstützt, der Präsident unterzeichnete).

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Übergabe von Langstreckenwaffen ist nicht nur eine technische Entscheidung, sondern eine politische Vereinbarung, die Risiken von Fehlgebrauch, Korruption und Vertrauen in Aufsichtsinstitutionen berücksichtigt. Wenn die Unabhängigkeit der Antikorruptionsorgane infrage gestellt wird, prüfen Partner automatisch die Risiken neu und können die Lieferung kritisch wichtiger Systeme verschieben.

Analysten weisen darauf hin: Selbst wenn Strafverfahren Fortschritte zeigen (124 Verurteilungen), haben symbolische Schritte in der Gesetzgebung Gewicht, weil sie die Wahrnehmung der Stabilität von Reformen verändern. Daher ist die Wiederherstellung der Unabhängigkeit von NABU und SAP nicht nur eine innere Reform, sondern ein Signal an internationale Geber, dass die Ukraine zum Pfad vorhersehbarer Spielregeln zurückgekehrt ist.

Fazit

Der Mechanismus ist einfach: Das Fehlen unabhängiger Antikorruptionsinstitutionen verringert das Vertrauen — Partner verzögern strategische Lieferungen — das wirkt sich auf die operativen Fähigkeiten an der Front aus. Die Aufgaben liegen nun auf beiden Seiten: für die Ukraine — Beständigkeit und Ergebnisse der Reformen zu zeigen, für die Partner — Erklärungen des Vertrauens in konkrete Lieferentscheidungen umzusetzen. Eine Frage, der Aufmerksamkeit gelten sollte: Werden die wiederhergestellten Institutionen und die Verurteilungen von Korrupten zu einer Wiederaufnahme vollumfänglicher und rechtzeitiger Lieferungen von Verteidigungstechnik führen?

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