Davos für die Ukraine: Selenskyjs Gespräch mit Trump stärkte die Luftverteidigung und trieb die diplomatische Logistik voran

Im Gespräch mit LIGA.net sprach der Präsident über Verhandlungen über PAC‑3‑Raketen, erwartete Sicherheitsgarantien und dreiseitige Gespräche in den Emiraten — wir erklären, was das für die Verteidigung und die Finanzen des Landes bedeutet.

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Kurz — warum das wichtig ist

Das Treffen der Präsidenten in Davos brachte der Ukraine keinen emotionalen Impuls, sondern konkrete Arbeitsvereinbarungen: die Diskussion über zusätzliche PAC‑3-Raketen zur Abwehr ballistischer Bedrohungen, den Abschluss der Verhandlungen über Sicherheitsgarantien und die Abstimmung des Formats für trilaterale Verhandlungen. Das ist keine sofortige Lösung, aber wichtige Schritte hin zu einer tatsächlichen Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und zu diplomatischem Fortschritt.

Was der Präsident sagte

Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf eine Frage von LIGA.net, dass während des Gesprächs mit Donald Trump zusätzliche Raketen für die Luftabwehr, unter anderem PAC‑3, besprochen wurden. Der Präsident rechnet auch mit der Unterzeichnung eines Dokuments über Sicherheitsgarantien und berichtete von der Abstimmung der Treffen technischer trilateraler Gruppen.

"Wir haben schwierige Fragen besprochen, die den Osten unseres Staates und das Ende des Krieges betreffen. Wichtig ist, dass die Entscheidung getroffen wurde, dass sich technische trilaterale Gruppen treffen werden... danach wird es in den Emiraten ein trilaterales Treffen unserer Verhandler geben"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Finanzielle Unterstützung der EU und Kritik an den Sanktionen

Der Präsident dankte der EU für ein Kreditpaket in Höhe von 90 Mrd. Euro, das seiner Aussage nach etwa 45 Mrd. Euro pro Jahr über die nächsten zwei Jahre bedeutet. Zugleich wies Selenskyj auf Lücken in den Sanktionen gegen Russland hin — insbesondere im nuklearen Bereich und in Bezug auf Aktivitäten von Rosatom — und forderte entschlossenere Schritte.

"Seien wir ehrlich: das Atomprogramm Russlands. Gegen das Atomprogramm wurden bisher keine Sanktionen verhängt, gegen Rosatom usw. Starke Sanktionen gibt es bislang nicht... Deshalb gibt es Entscheidungen, die sehr schnell getroffen werden müssen — eigene Luftabwehr, eine Steigerung der Waffenproduktion"

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Was das in der Praxis bedeutet

1) Eine Erhöhung der Lieferungen von Luftabwehrsystemen (PAC‑3) ist ein technisches, aber kritisch notwendiges Element der Verteidigungsstrategie: Sie reduziert die Verwundbarkeit der zivilen Infrastruktur und erhöht die Kosten von Angriffen für den Gegner.

2) Das Format trilateraler Verhandlungen (USA — Ukraine — Russland) im Rahmen der Emirate bietet die Chance einer technischen Abstimmung zentraler Fragen, doch die Wirksamkeit hängt von der Kompromissbereitschaft der Parteien und von der Kontrolle durch internationale Garanten ab.

3) Europäische Gelder machen die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit realistischer, doch die Sanktionspolitik bleibt ein schmerzhafter Punkt — ohne härtere Beschränkungen bleiben bestimmte Sicherheitsrisiken und das Risiko, den Aggressor nicht ausreichend abzuschrecken, bestehen.

Kontext und nächste Schritte

Analysten weisen darauf hin: Diplomatie funktioniert zunehmend über technische Arbeitsgruppen und die Logistik von Lieferungen statt über einzelne öffentliche Gesten. Jetzt sind die Partner am Zug — sie müssen die Vereinbarungen in konkrete Verträge, Lieferpläne und rechtliche Instrumente zur Druckausübung auf den Aggressor umsetzen.

Die Frage bleibt: Können die Verbündeten sowohl die Lieferungen von Verteidigungssystemen als auch die Einführung wirkungsvollerer Sanktionen beschleunigen, um die getroffenen Vereinbarungen bereits in den kommenden Monaten wirksam werden zu lassen?

Quelle: Gespräch des Präsidenten der Ukraine mit LIGA.net in Davos.

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