Kurz: Zahlen und Quellen
Im Januar 2026 haben nach Angaben des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Syrskyi, ukrainische Drohnenoperatoren etwa 29 700 russische Soldaten neutralisiert — während Russland rund 22 000 mobilisieren konnte. Diese Zahlen nannte Syrskyi während der monatlichen Sitzung zur Entwicklung von Drohnensystemen; zusätzliche Informationen zu den Plänen des Gegners lieferte der Hauptnachrichtendienst (GUR).
Was der Oberbefehlshaber sagte
«Das ist der Unterschied, den wir anstreben: mehr Soldaten zu vernichten, als Russland in den Dienst stellen kann. Das ist die Effektivität unserer Drohnensysteme, die bei weiterem Ausbau Moskau zwingen wird, den Eroberungskrieg zu beenden»
— Oleksandr Syrskyi, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine
Details der Operationen und technisches Profil
Laut Syrskyi trafen die unbemannten Luftfahrteinheiten im Januar etwa 66 200 Ziele. Bodenrobotikkomplexe führten fast 25% mehr Einsätze aus als im Dezember. Die Ukraine behält weiterhin einen Vorteil beim Einsatz von FPV‑Drohnen, die in Nahangriffen und bei der Bekämpfung punktueller Ziele effektiv sind.
Gleichzeitig berichtet der GUR, dass Moskau seine Kapazitäten ausbaut: Die Russen planen, die Personalstärke der Einheiten für unbemannte Systeme um 79 000 Personen zu erhöhen — auf etwa 165 000 im Jahr 2026 — und führen Abfangdrohnen sowie reaktive „Geran‑4/5“ (russische Bezeichnung Shahed) in Dienst.
Warum das wichtig ist (und was dahinter steckt)
Erstens ist das Verhältnis „vernichtet“ vs. „mobilisiert“ ein operativer Indikator für den Druck auf die Ressourcen des Gegners: Wenn seine Verluste die Auffüllrate übersteigen, werden Strategien des offensiven Haltens für den Aggressor wahrscheinlich teurer. Zweitens bestätigen die Statistiken, dass Drohnen nicht nur ein effektives Propagandamittel, sondern eine wirksame Komponente der Taktik sind — von der Aufklärung bis zur punktgenauen Bekämpfung.
Gleichzeitig löst dies ein Wettrüsten im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge aus: Russland kompensiert Verluste durch gesteigerte Produktion, führt Abfangdrohnen und neue Typen von Schlagplattformen ein, was schnelle technologische und organisatorische Lösungen von unserer Seite erfordert — mehr Munition, elektronische Kriegsführung, Ausbildung der Operatoren und Verbesserungen im Management.
Politischer Kontext und Ressourcen
Verteidigungsminister Oleksij Fedorov skizzierte kürzlich eines der strategischen Ziele — 50 000 vernichtete Besatzer pro Monat. Ein solches Ziel demonstriert den ehrgeizigen Anspruch, die Kampffähigkeit des Gegners zu verringern, doch seine Erreichung hängt von Lieferungen, Ausbildung und der Belastbarkeit der Logistik ab. Analysten weisen darauf hin: Ohne systematische Unterstützung der Partner und eine großflächige Munitionsproduktion könnte der Drohnenvorteil vorübergehend sein.
Fazit — was nun?
Die Zahlen aus dem Januar sind ein Signal: Ukrainische Drohnen wirken und verändern das operative Lagebild. Gleichzeitig reagiert Moskau mit Skalierung und neuen Technologien. Die Aufgabe für die nächsten Monate ist einfach zu formulieren, aber schwer umzusetzen: den taktischen Vorteil in einen dauerhaften operativen und technologischen Vorteil zu verwandeln — durch Munition, EW (elektronische Kriegsführung), Ausbildung und industrielle Mobilisierung. Die Frage an Partner und Gesellschaft lautet: Werden diese Bekundungen durch die nötigen Lieferungen und Investitionen untermauert, um den Vorteil zu erhalten?