Kiew schreibt Ausschreibung zur Fertigstellung der Schuljawski-Überführung aus — 609,8 Mio. UAH zur Beendigung einer siebenjährigen Geschichte

Eine Ausschreibung ist nicht nur Geld. Sie ist ein Test für die Fähigkeit der Stadt, eine Dauerbaustelle zu schließen, den Verkehr wiederherzustellen und zu zeigen, dass infrastrukturelle Risiken in abgeschlossene Projekte überführt werden können.

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Was angekündigt wurde

Das kommunale Unternehmen «Direktion für den Bau von Straßen‑ und Verkehrsanlagen der Stadt Kiew» hat eine Ausschreibung für den Fertigbau von zwei Abfahrten der Shuliavsky‑Überführung mit einem erwarteten Auftragswert von 609,8 Mio. UAH ausgeschrieben. Das teilte die Pressestelle der Kiewer Stadtverwaltung mit.

„Das kommunale Unternehmen hat eine Ausschreibung zur Fertigstellung der Arbeiten am Ausbau der Abfahrten und zur Inbetriebnahme der Verkehrsknotenstelle ausgeschrieben“,

— Pressestelle der Kiewer Stadtverwaltung

Wie es dazu kam

Die Rekonstruktion der Überführung an der Kreuzung des Beresteiskyi‑Prospekts und der Vadym‑Hetman‑Straße begann im März 2019 nach einem teilweisen Einsturz der Anlage im Februar 2017. Der Verkehr wurde Ende 2019 wieder freigegeben, doch das Projekt stieß auf rechtliche und finanzielle Probleme.

Im Jahr 2018 wurden die Arbeiten an die LLC „North Ukrainian Construction Alliance“ für 598,5 Mio. UAH vergeben. Das Antimonopolkomitee stellte fest, dass das Unternehmen den Zuschlag infolge einer Absprache erhalten hatte, und das Wirtschaftsgericht ließ 2024 1,1 Mrd. UAH zurückfordern, die für ausgeführte Arbeiten gezahlt worden waren. Die Projektkosten stiegen in mehreren Etappen — im Frühjahr 2024 belief sich der Kostenvoranschlag auf fast 2,45 Mrd. UAH.

Was die neue Ausschreibung vorsieht

Im Leistungsverzeichnis stehen: Abschluss der Rekonstruktion der Verkehrsknotenstelle, Bau neuer Abfahrten an der Stelle der abgerissenen Halle des Ersten Kiewer Maschinenbauwerks (ehemals „Bilschowyk“), Korrosionsschutz der Konstruktionen, Entwässerungssysteme, Leitplanken und Geländer, Umverlegung der Versorgungsnetze, Gestaltung des angrenzenden Geländes sowie die Verkehrsorganisation nach einem dauerhaften Schema bis zur Inbetriebnahme.

Warum das wichtig ist

Erstens bedeutet es die Rückkehr zu einem normalen innerstädtischen Verkehrsfluss für einen großen Knotenpunkt der Hauptstadt. Zweitens ist die Ausschreibung ein Test für Transparenz und Verantwortlichkeit: Die Stadt hat bereits mehrere Schritte unternommen — von Gerichtsverfahren bis zum Kauf der fünften Werkshalle, die die Arbeiten behinderte, und deren Abriss Anfang 2026.

Fachkreise weisen darauf hin, dass ein erfolgreicher Abschluss des Projekts ein Signal an Investoren und Auftragnehmer sein wird: Wenn die Hauptstadt beweist, dass sie Korruptionsrisiken überwinden und komplexe Infrastrukturprojekte abschließen kann, stärkt das das Vertrauen in zukünftige Kapitalinvestitionen.

Wie es weitergeht

Die Ausschreibung ist nur ein Schritt in einem langen Verfahren: von der Auswahl des Auftragnehmers über gerichtliche Verfahren bis zur tatsächlichen Ausführung der Arbeiten. Es gibt jedoch bereits positive Signale: Ende 2025 eröffnete die Stadt eine wichtige Überführung am linken Ufer in der Nähe der U‑Bahn‑Station «Darnytsia», was zeigt, wie systematische Arbeit Ergebnisse bringt.

Nun die Frage an die Stadtverwaltung und den Gewinner der Ausschreibung: Wird es gelingen, die Shuliavsky‑Überführung ohne weitere Verzögerungen und nach den angegebenen Sicherheitsstandards fertigzustellen? Von der Antwort hängt die Effektivität der Infrastrukturpolitik der Hauptstadt in den kommenden Jahren ab.

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