Das Wesentliche — einfach und wichtig
Kaja Kallas hat angekündigt, den Regierungen der EU-Länder eine „Liste von Zugeständnissen“ vorzuschlagen, die Europa im Rahmen der Beilegung des Krieges von Russland verlangen sollte, berichtet Reuters. Ihrer Aussage nach könnten dazu unter anderem die Rückführung ukrainischer Kinder, die während des Krieges entführt wurden, und Beschränkungen der russischen Streitkräfte gehören.
Warum das jetzt wichtig ist
Während einige Verhandlungsformate mit Beteiligung ukrainischer und amerikanischer Vertreter (manchmal auch russischer) stattfinden, blieb Europa faktisch außen vor. Kallas bezieht eine klare Position: Es wird kein Friedensabkommen ohne die Zustimmung der EU geben — und diese Bedingungen müssen sich direkt an Russland richten, nicht als zusätzlicher Druck auf die Ukraine.
„Allen am Verhandlungstisch Anwesenden, einschließlich der Russen und Amerikaner, muss klar sein, dass die Zustimmung der Europäer erforderlich ist“,
— Kaja Kallas, laut Reuters
„Und wir müssen diese Bedingungen nicht den Ukrainern auferlegen, auf die bereits großer Druck ausgeübt wird, sondern den Russen“,
— Kaja Kallas, laut Reuters
Kontext: was sonst rund um die Verhandlungen geschieht
Europa war bei den jüngsten Verhandlungen zur Beilegung in Abu Dhabi nicht vertreten, und französische Signale zur Notwendigkeit, den Dialog mit Moskau wieder aufzunehmen (geäußert vom Präsidenten Emmanuel Macron), haben der Debatte neue Nuancen verliehen. Außerdem wurde am 4. Februar 2026 über einen Besuch eines französischen Diplomaten in Russland berichtet — das unterstreicht, dass zwischen europäischen Hauptstädten und dem Kreml weiterhin separate Kontakte bestehen.
Was das für die Ukraine bedeutet
Erstens stellt die Forderung nach Rückführung der verschleppten Kinder einen humanitären Vorrang dar, der mit Fragen von Vertrauen und Sicherheit verknüpft ist. Zweitens sind Beschränkungen für die russischen Streitkräfte ein direkter Garantemechanismus, der die Sicherheit der Ukraine und der Nachbarstaaten betrifft. Drittens verändert die Beteiligung der EU an der Formulierung der Bedingungen die Verhandlungsdynamik: Es ist nicht nur ein bilateraler Dialog zwischen Moskau und Kiew, sondern eine breitere institutionelle europäische Position.
Mechanismen des Einflusses und wahrscheinliche Szenarien
Experten weisen darauf hin, dass Kallas’ Liste zu einem Instrument des Drucks in künftigen Verhandlungsrunden werden und zugleich ein Test für die Fähigkeit der EU sein sollte, eine Sanktions- und Diplomatiestrategie zu koordinieren. Sollte der Liste ein Mandat der Mitgliedstaaten erteilt werden, könnte das dem Kreml die Manöver in den Verhandlungen erschweren und die Kosten möglicher Zugeständnisse für Russland erhöhen.
Fazit
Die Initiative Kallas ist eine Erinnerung: Frieden in Europa muss unter Berücksichtigung der Position Europas selbst aufgebaut werden. Für die Ukraine ist es wichtig, dass die Forderungen konkret, kontrollierbar und eine Verbindung aus humanitären und sicherheitsbezogenen Garantien sind. Jetzt sind die Regierungen der EU am Zug: Können sie die Erklärung in konkrete Bedingungen und Mechanismen zu deren Durchsetzung umsetzen — und wie wird das die Verhandlungslage verändern.
Quelle: Reuters; zusätzlicher Kontext — öffentliche Stellungnahmen von EU-Spitzen und Berichte über diplomatische Kontakte mit Russland.