„Lukoil" unter Beschuss: SBU zerstört zum zweiten Mal in vier Monaten zwei Ölplattformen im Kaspischen Meer

In der Nacht vom 10. April haben Einheiten der Spezialoperationskräfte zwei Bohrplattformen des Unternehmens Lukoil angegriffen, die sich etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt befinden — die Plattformen Grajfer und Korschagina. Für das Unternehmen ist dies nicht der erste Anschlag: dieselben Objekte wurden bereits im Dezember 2024 und Januar 2025 angegriffen.

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Оператор БПЛА (Ілюстративне фото: Генштаб ЗСУ)

In der Nacht zum 10. April schlugen Einheiten der Spezialoperationskräfte der Streitkräfte der Ukraine zwei eisgängige stationäre Plattformen „Lukoil-Nizhnevolgsk-Neft" in den Gewässern des Kaspischen Meeres. Dies teilte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine mit. Getroffen wurden die Lagerstätten im Namen von Waleri Graiffer und Juri Korchagin — beide im nördlichen Teil des Kaspischen Meeres, etwa 1000 km von der Frontlinie entfernt.

Was über die Ziele bekannt ist

Alle drei „Lukoil"-Plattformen im Kaspischen Meer — Filanowski, Korchagin und Graiffer — waren bereits im Dezember 2024 und in der Nacht zum 11. Januar 2025 unter Beschuss, als die Spezialoperationskräfte alle drei gleichzeitig angriffen. Nach Angaben der damaligen Mitteilungen der Spezialoperationskräfte werden die Plattformen zur Versorgung der russischen Besatzungsarmee mit Kraft- und Schmierstoffen sowie zur Unterbringung von Mitteln der Funktechnischen Aufklärung genutzt.

Das Lagerstättenbecken im Namen von Korchagin gehört zu den Erdöl-Erdgas-Kondensatlagerstätten. Nach den Dezemberangriffen wurden dort Beschädigungen von kritisch wichtigen Anlagen verzeichnet, die die Produktionsprozesse stoppte. Das Lagerstättenbecken Graiffer (offizieller Name — „Rakushechnoye") sollte bis 2028 auf Spitzenwerte gebracht werden: potenzieller Fördervolumen — bis zu 1,2 Millionen Tonnen Öl pro Jahr.

„Diese Objekte sind an der Versorgung der russischen Besatzungsarmee beteiligt. Treffer wurden registriert. Das Ausmaß der Schäden wird geklärt."

Generalstab der Streitkräfte der Ukraine

Taktischer Kontext

Die Operationen im Kaspischen Meer sind Teil einer breiteren Kampagne der Spezialoperationskräfte und des SBU gegen die Energieinfrastruktur Russlands. Eine Entfernung von etwa 1000 km zur Front ist kein Rekord für ukrainische Drohnen, aber genau das Kaspische Meer galt bis Dezember 2024 als faktisch unerreichbares Hinterland. Der erste Angriff auf die Plattform Filanowski im Dezember stoppte den Betrieb von mehr als 20 Bohrungen und unterbrach die Produktionsprozesse auf der gesamten Anlage.

Das Verteidigungsministerium Russlands bestätigte nach ähnlichen Angriffen im Januar 2025 indirekt die Anschläge und behauptete, sieben unbemannte Flugzeuge über den Gewässern des Kaspischen Meeres abgefangen zu haben. Direkte Bestätigungen von russischer Seite zu den Angriffen im April gibt es bislang nicht.

Die Lagerstätten Filanowski und Korchagin zusammen förderten 2022 6,9 Millionen Tonnen Öl. Die Reserven allein von Filanowski werden auf 129 Millionen Tonnen Öl und 30 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt — ein großer Teil wird über das Caspian Pipeline Consortium (CPC) zum Schwarzen Meer transportiert.

  • Eisgängige stationäre Plattform im Namen von Waleri Graiffer — Lagerstättenbecken „Rakushechnoye", geplante Spitzenförderung im Jahr 2028.
  • Eisgängige stationäre Plattform im Namen von Juri Korchagin — Erdöl-Erdgas-Kondensatlagerstättenbecken, die Produktion wurde nach den Dezemberangriffen eingestellt.

Das Ausmaß der Schäden bleibt eine offene Frage

Der Generalstab bestätigte die Treffer, gab aber keine Schadensschätzung ab. Nach den Dezemberoperationen dokumentierten die Bordkameras der Drohnen des SBU Treffer im Bereich der Gasturbinenanlagen — des kritischsten Knotenpunkts der Plattform. Falls die Aprilangriffer vergleichbare Beschädigungen verursacht haben, ist eine Stilllegung der Produktion bei beiden Lagerstättenbecken wahrscheinlich, aber nicht bestätigt.

Falls Russland keine zusätzlichen Luftabwehrmittel in die Kaspische Region verlegen wird — was eine Umverteilung der Ressourcen von anderen Sektoren erfordert — werden diese Plattformen weiterhin zugängliche Ziele bleiben.

Weltnachrichten

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