Der Brief, der den Ton der Verhandlungen veränderte
Die Agentur Reuters veröffentlichte den Inhalt eines Briefes des US‑Präsidenten Donald Trump an den norwegischen Premierminister Jonas Gahr Støre. Dem Bericht zufolge erklärte Trump, dass er wegen des Ausbleibens des Friedensnobelpreises «nicht länger verpflichtet sei, ausschließlich an Frieden zu denken», und wiederholte die Forderung nach der Übertragung der Kontrolle über Grönland.
„Angesichts der Tatsache, dass Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen... fühle ich mich nicht länger verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken... ich kann jetzt darüber nachdenken, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten von Amerika ist“
— Donald Trump, Präsident der USA (Brief, nach Angaben von Reuters)
Der norwegische Premier betonte die Unabhängigkeit des Nobelkomitees und wies darauf hin, dass die norwegische Regierung die Entscheidungen über den Preis nicht kontrolliere. Reuters berichtete außerdem Details zu weiteren Episoden in diesem Zusammenhang: Im vergangenen Jahr habe angeblich die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado den Friedensnobelpreis erhalten, die kürzlich Trump getroffen und ihm ihre eigene Medaille überreicht habe — trotz der Erklärung des Komitees, dass der Preis nicht übertragbar oder teilbar sei.
„Das Nobelkomitee ist unabhängig; die norwegische Regierung hat keine Kontrolle über es“
— Jonas Gahr Støre, Premierminister Norwegens (Kommentar zum Brief)
Auswirkungen für Europa und die Arktis
Der Brief wurde von praktischen Maßnahmen begleitet: Am 17. Januar 2026 kündigte er die Einführung von Zöllen gegenüber europäischen Verbündeten im Zusammenhang mit dem Streit um Grönland an. Das löste scharfe Reaktionen aus — Abgeordnete des Europäischen Parlaments drohten, den Ratifizierungsprozess des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA zu blockieren, und am 18. Januar veröffentlichten acht europäische Staaten eine gemeinsame Erklärung, in der sie erklärten, dass die Zollandrohungen die transatlantischen Beziehungen untergraben.
Solche Schritte haben zwei wichtige Ebenen: Erstens geht es um Souveränität und Sicherheit in der Arktis — Grönland ist aufgrund seiner Lage und Ressourcen geostrategisch wichtig; zweitens ist es ein Test dafür, ob die Verbündeten bereit sind, wirtschaftliche und politische Koordination angesichts einseitiger Druckversuche aufrechtzuerhalten.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Die Ukraine ist auf die Stabilität der transatlantischen Front angewiesen: Militärische Unterstützung, Sanktionen gegen den Aggressor, Waffenlieferungen und finanzielle Hilfe — all das funktioniert besser, wenn die Verbündeten koordiniert handeln. Einseitige Handelsschritte oder emotionale Impulse in der Rhetorik der US‑Administration schwächen die europäische Einheit und können davon ablenken, sich auf sicherheitsrelevante Fragen zu konzentrieren, die für unser Land von entscheidender Bedeutung sind.
Diplomaten und Analysten weisen darauf hin, dass der aktuelle Vorfall nicht nur Grönland betrifft. Es geht auch darum, wie schnell rhetorische Aussagen zu wirtschaftlichen Druckmitteln werden können, die Vertrauen untergraben. Für die Ukraine verringert solche Instabilität den Handlungsspielraum in Fragen von Lieferungen, Finanzierung und Sanktionspolitik.
Fazit
Diese Geschichte ist ein Lackmustest für die transatlantische Solidarität. Wenn sich Handels- und geopolitische Differenzen zuspitzen, werden die Partner gezwungen sein, zwischen kurzfristigen Interessen und langfristigem Vertrauen zu wählen. Die Reaktion der EU und anderer Verbündeter wird zeigen, ob sie bereit sind, Aussagen in konkrete Maßnahmen umzusetzen, die die Sicherheit im Euro‑Atlantik erhalten — und das beeinflusst unmittelbar auch die Sicherheit der Ukraine.