Mindichgate: Auf welchem Stand befindet sich die Auslieferung und warum ist das wichtig für das Vertrauen in den Staat?

Der Direktor der NABU, Semen Kryvonos, erklärte, warum sich die Auslieferung der Beschuldigten der Operation „Midas“ verzögern wird und wovon der Erfolg abhängt — von der Beweislage bis zur internationalen Koordination mit Israel und der EU.

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Семен Кривонос (Фото: Facebook посадовця)

Was derzeit geschieht

Die Antikorruptionsbehörden der Ukraine arbeiten an der Auslieferung der Verdächtigen im Fall «Mідас», doch dieser Prozess verläuft nicht linear. Dem Direktor des НАБУ zufolge wird das Auslieferungsersuchen nach Abschluss der entsprechenden Verfahren verschickt, und anschließend erfordert die Angelegenheit Koordination mit Partnern, insbesondere mit Israel und rund zehn weiteren Jurisdiktionen.

"Zur Auslieferungsprozedur – sie läuft tatsächlich. Das ist ein ziemlich langwieriger Prozess"

— Семен Кривонос, Direktor des НАБУ

Warum sich der Prozess verzögert: kurz und knapp

Es gibt vier praktische Gründe, weshalb eine Auslieferung Monate oder sogar Jahre dauern kann: die Sammlung und Bestätigung der Beweisgrundlage, die Durchführung von Gutachten, das Erhalten von Antworten auf Anfragen zur internationalen Rechtshilfe und verfahrensrechtliche Anforderungen in den Ländern, in denen sich die Verdächtigen aufhalten. НАБУ und САП konzentrieren sich derzeit auf die Beschaffung von Informationen zu Finanztransaktionen, Konten und Vermögenswerten – genau diese Daten bilden die Grundlage für die Ersuchen.

Wen genau man meint

Laut den Recherchen, die öffentlich von «Українська правда» (Dezember 2025) berichtet wurden, befinden sich in Israel Тімур Міндіч und Олександр Цукерман. Beide verließen die Ukraine noch vor der Bekanntgabe der Verdachtsmomente. Der Aufenthaltsort der Beschuldigten und die internationalen Verfahren werden Format und Fristen der Zusammenarbeit mit der israelischen Seite bestimmen.

Was das НАБУ sagt — und was das für die Gesellschaft bedeutet

"Ich kündige keine Verdächtigungen an, aber wir [НАБУ und САП] erwarten neue Details, die wir der ukrainischen Öffentlichkeit mitteilen werden. Wir versuchen, in dieser Phase vorsichtig zu kommunizieren. Das hängt mit bestimmten Aspekten der Sammlung der Beweisgrundlage, der Durchführung entsprechender Gutachten, dem Erhalt von Antworten aus internationalen Jurisdiktionen und der Kommunikation mit internationalen Partnern zusammen"

— Семен Кривонос, Direktor des НАБУ

Das ist eine praktische Botschaft: Die Ermittlungen laufen weiter, und die öffentliche Kommunikation ist durch prozessuale Risiken eingeschränkt. Dieser Ansatz entspricht internationalen Standards — übereilte Aussagen können die Chancen auf eine erfolgreiche Auslieferung und eine anschließende Strafverfolgung zunichtemachen.

Nächste Schritte und wahrscheinliche Szenarien

Zu erwartende Maßnahmen: Versand formeller Auslieferungsersuchen, Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Israel und den EU-Jurisdiktionen, Abschluss von Gutachten und Einholung von Bankdaten. Mögliche Ergebnisse reichen von einer erfolgreichen Auslieferung mit anschließendem Strafverfahren bis zu einem Szenario, in dem der Staat gezwungen ist, alternative Mechanismen zur Verantwortlichkeitsdurchsetzung zu suchen (zum Beispiel Rückführung von Vermögenswerten oder zivilrechtliche Verfahren).

Fazit

Dieser Fall geht nicht nur um einzelne Beschuldigte. Er ist ein Test für die ukrainischen Institutionen und die internationale Kooperation: Werden sie in der Lage sein, die Ermittlungen konsequent in reale Ergebnisse zu verwandeln, ohne prozessuale Fehler? Eine Frage, die Partnern und der Führung der Strafverfolgungsbehörden gestellt werden sollte: Reichen Tempo und Entschlossenheit aus, damit die Beweisarbeit den politischen Risiken vorausläuft?

Weltnachrichten

Sport

Der Fahnenträger der Ukraine bei den Olympischen Spielen 2026, Vladyslav Heraskevych, sagte, er werde weiterhin einen Helm mit Porträts gefallener Sportler tragen. Diese Frage des Gedenkens wird zu einem Prüfstein für die Regeln des IOC und für die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft gegenüber der Ukraine.

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