Was geschehen ist
Am 25. März teilte der Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung, Rustem Umerov, auf Telegram Fälle mit, in denen unbekannte Personen sich für ihn ausgeben und Diplomaten sowie Partner um Informationen bitten.
„Diese Nachrichten haben nichts mit mir oder meiner offiziellen Tätigkeit zu tun.“
— Rustem Umerov, Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung (RNBO)
Warum das wichtig ist
Es scheint eine Kleinigkeit zu sein — „noch ein“ Fake. Für diplomatische und militärische Kommunikation ist es jedoch eine direkte Bedrohung: die Untergrabung des Vertrauens in der Kette der Informationsübermittlung macht Verfahren verwundbar, über die nachrichtendienstliche Informationen, Logistik und die Koordination mit Partnern laufen.
Kontext: Technologien und Präzedenzfälle
Laut Veröffentlichungen von LIGA.net und Expertenkolumnen erleichtert künstliche Intelligenz heute erheblich die Erstellung authentischer Fälschungen von Stimme und Text — von Deepfake-Videos bis zu gefälschten Chats. Das ist kein theoretisches Risiko: 2025 verbreiteten russische Telegram-Kanäle ein Deepfake von Olha Stefanishyna, und 2022 versuchten Pranker, die Leitung von Baykar Defence anzurufen, indem sie Stimmtausch- bzw. Voice‑Cloning-Technologien einsetzten.
„Künstliche Intelligenz wird sowohl von Kriminellen als auch von Verteidigern aktiv genutzt — das schafft neue Bedrohungen und Herausforderungen in der Cybersicherheit.“
— Serhii Korsunskyi, Diplomat (Kommentar in einer LIGA.net-Kolumne)
Was jetzt zu tun ist
Das RNBO hat bereits dazu aufgerufen, Kommunikationsquellen zu überprüfen und verdächtige Anfragen an das Sekretariat des RNBO der Ukraine zu melden. Praktische Schritte für Diplomaten, Freiwillige und Staatsbedienstete:
- Bestätigen Sie Identitäten über offizielle Kanäle — antworten Sie nicht auf unbestätigte Nachrichten.
- Geben Sie vertrauliche Informationen nicht per E‑Mail oder in Messengern weiter, ohne zusätzliche Authentifizierung.
- Melden Sie verdächtige Kontakte an das Sekretariat des RNBO und an die IT‑Abteilung Ihrer Einrichtung.
Fazit
Dieser Vorfall ist ein Beispiel dafür, wie asymmetrische Instrumente (Deepfake, Identitätsersatz) das Vertrauen untergraben. Kommunikationsschutz betrifft nicht nur Technologien, sondern auch Verfahren und eine Sicherheitskultur. Während staatliche und private Stellen Schutzmaßnahmen anpassen, liegt die Verantwortung für die Bewahrung vertrauenswürdiger Kanäle bei jedem, der mit internationalen Partnern kommuniziert.