Die Rada prüft Telegram: Wie Gesetzentwurf Nr. 11115 die Haftung von Plattformen und die Sicherheit verändern wird

Der Ausschuss hat das Dokument einstimmig angenommen, das Messenger-Dienste nicht verbietet, dem Staat aber Instrumente gegen Desinformation, Rekrutierung und Sabotage an die Hand gibt — wir erklären, was genau vorgeschlagen wird und warum das wichtig ist.

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Фото: Depositphotos_telegram

Emotionen beiseitelassen und Fakten analysieren

Der zuständige parlamentarische Ausschuss hat dem Gesetzentwurf Nr.11115, der die Tätigkeit von Telegram und anderen digitalen Plattformen regelt, einstimmig in erster Lesung zugestimmt. Urheber der Initiative ist der Abgeordnete Микола Княжицький. Diese Entscheidung ist bemerkenswert: Es geht nicht um totale Verbote, sondern um Instrumente des Staates im Kontext eines hybriden Krieges.

Worum es geht

Das Dokument sieht keine Sperrungen von Messengern oder automatische Zensur vor und gefährdet nicht die Anonymität der Nutzer. Stattdessen legt das Gesetz grundlegende Verpflichtungen für Plattformen fest: Transparenz der Eigentümer und der Finanzierung, offizielle Kontakte zu ukrainischen Staatsorganen und schnelles Eingreifen in Situationen, die mit Terrorismus, Betrug oder Bedrohungen der nationalen Sicherheit zusammenhängen.

Warum das jetzt nötig ist

Telegram hat einen erheblichen Einfluss auf das Informationsfeld der Ukraine: Laut Ipsos nutzen etwa 62 % der Ukrainer ihn als Nachrichtenquelle, andere Schätzungen reichen bis zu 80 %. Zum Vergleich — in den EU-Ländern liegt dieser Wert überwiegend bei 5–30 %. Unter diesen Bedingungen untergräbt das Fehlen grundlegender Regeln die Möglichkeiten des Staates, der Anwerbung, der Koordination von Sabotageakten und der massenhaften Verbreitung von Falschinformationen entgegenzuwirken.

Was der Gesetzentwurf vorsieht

Wesentliche Bestimmungen des Dokuments:

  • Offenlegung von Informationen über Eigentümer und Finanzierungsquellen der Plattformen;
  • Offizieller Kontakt zwischen den Diensten und den ukrainischen Staatsorganen für eine operative Zusammenarbeit;
  • Schnelles Eingreifen bei Terror, Betrug oder Bedrohungen der nationalen Sicherheit;
  • Sanktionen bei Nichtbefolgung — von finanziellen Maßnahmen bis zur Einschränkung der Nutzung der Plattformen durch staatliche Einrichtungen und Banken.

"Der ukrainische Staat muss Instrumente haben, um seine Bürger zu schützen. Dies ist der erste, würde ich sagen, möglichst milde Schritt. Wenn nötig — kann das Gesetz bis zur zweiten Lesung verschärft werden"

— Микола Княжицький, Autor des Gesetzentwurfs

Kontext und gesellschaftliche Bestätigungen

Die Initiative entstand vor dem Hintergrund von Erklärungen von Regierungsvertretern. Am 23. Februar 2026 sprach sich Innenminister Ігор Клименко für eine Regulierung von Telegram aus nach einer Serie von Anschlägen auf Angehörige der Strafverfolgungsbehörden, obwohl später die Pressestelle des Ministeriums feststellte: Eine vollständige Sperrung der Anwendung sei technisch unmöglich. Zuvor hatte auch der derzeitige Leiter des Präsidialamts Кирило Буданов für Kontrolle über die Kanäle plädiert und Registrierung statt eines totalen Verbots vorgeschlagen. Während der Sitzung der parlamentarischen ТСК am 10. März wurden die Einnahmen der größten Telegram-Kanäle auf etwa 20.000 US-Dollar pro Tag geschätzt — ein Faktor, der dem Problem eine wirtschaftliche Dimension hinzufügt.

Grenzen und Garantien — wo kein Risiko bestehen darf

Der Gesetzentwurf betont, dass das Ziel nicht Zensur ist. Nach Konsultationen gibt es prinzipielle Unterstützung des Ansatzes seitens der Europäischen Kommission, unter Berücksichtigung der Kriegsbedingungen in der Ukraine. Das ist ein wichtiges Signal: Die Regulierung muss den europäischen Standards der Meinungsfreiheit entsprechen und zugleich die nationale Sicherheit schützen.

Folgen und Szenarien

Wenn das Parlament den Entwurf in erster Lesung unterstützt, sind mehrere Wege möglich: von einer moderaten Einführung von Transparenz und Kontakten bis hin zur Verschärfung von Sanktionsmechanismen in den folgenden Lesungen. Das Risiko einer Überregulierung besteht, doch derzeit zielt der Text auf ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit ab.

Fazit

Der Gesetzentwurf Nr.11115 ist ein Beispiel dafür, wie der Staat versucht, Instrumente zur Steuerung des Informationsraums in Kriegszeiten anzupassen. Jetzt sind Parlament und internationale Partner am Zug: Deklarationen müssen in klare Mechanismen umgesetzt werden, die auf die Sicherheit der Bürger abzielen, ohne demokratische Standards zu untergraben.

Details: Umfrage — Ipsos; journalistische Untersuchung zur Wahl der Messenger — Анастасія Могилевець, LIGA.net; Daten zu den Einnahmen der Kanäle — Materialien der ТСК.

Weltnachrichten

Politik

In einem Interview mit Reuters sagte der Präsident, Russland habe angeboten, Geheimdienstinformationen nicht an den Iran weiterzugeben, im Austausch dafür die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine einzustellen. Wir erläutern, warum dies nicht nur eine verbale Eskalation ist, sondern eine Frage der Sicherheit und des Vertrauens zwischen Partnern.

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