Gegen Pushilin wurde wegen eines Netzwerks mit mehr als 400 umgebauten Pistolen Verdacht erhoben – internationale Spur und Diebstähle in der ORDLO

Der Anführer der selbsternannten „DNR“ wird verdächtigt, ein illegales Netzwerk zur Lieferung und Umrüstung von Waffen organisiert zu haben: Waffen aus der EU und gestohlene Pistolen aus den besetzten Gebieten wurden als „Auszeichnungen“ getarnt. Eine Untersuchung gemeinsam mit Polen, der Slowakei und Europol macht deutlich, warum diese Angelegenheit jetzt für die Sicherheit der Ukraine wichtig ist.

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Was passiert ist

Die Nationale Polizei hat Denis Puschilin — den Leiter der Marionettenbildung auf dem vorübergehend besetzten Gebiet der Oblast Donezk — im Zusammenhang mit der illegalen Weitergabe von mehr als 400 Schusswaffen unter dem Vorwand «als 'Auszeichnungen'» verdächtigt. Nach Auffassung der Ermittler waren Teile der Pistolen zunächst traumatische oder pneumatische Modelle, die anschließend in scharfe Waffen umgebaut wurden.

Wie das System funktionierte

Die Ermittler unterscheiden drei Rollen im Netzwerk: Organisatoren der Beschaffung und des Transports ins Ausland, Handwerker bzw. Waffenumbauer und kriminelle Koordinatoren, die die Finanzierung übernahmen und die „Auszeichnungen“ an die Endempfänger übergaben. Ein Teil der Ware kam aus der Slowakei, wo diese Modelle legal im zivilen Verkehr waren — diese rechtliche Lücke wurde für Schmuggel und Umbauten genutzt.

Separat weist die Untersuchung auf einen internen Kanal hin: Pistolen wurden aus Objekten in den zeitweilig besetzten Gebieten und in anderen Regionen gestohlen — von Einheiten der Sicherheitskräfte bis zu Bank- und Postfilialen.

Internationale Spur und Einsatz

Die Ermittlungen wurden gemeinsam mit Partnern aus Polen und der Slowakei geführt; Europol war eingebunden. Die erste Phase der Operation am 20. Januar umfasste gleichzeitig 23 Durchsuchungen in fünf Regionen der Ukraine — Kiew, Transkarpatien, Wolhynien, Saporischschja und Riwne — bei denen Datenträger, Notizen, Geld und weitere Beweismittel sichergestellt wurden.

„Puschilin wurde der Verdacht der Organisation der illegalen Weitergabe von mehr als 400 Schusswaffen unter dem Vorwand als 'Auszeichnungen'...“

— Nationale Polizei der Ukraine

Rechtlicher Status und Folgen

Puschilin wurde des Begehens von Kriegsverbrechen verdächtigt; die Sanktion sieht bis zu 12 Jahren Haft vor. Die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen unter den Tatbeständen des illegalen Umgangs mit Waffen und der Bildung einer kriminellen Organisation (maximal — bis zu 10 Jahren).

Die Ermittler betonen zudem: Diese Waffen waren nach den Normen des Völkerrechts nicht „Trophäen“, das heißt, es handelt sich um ein rein kriminelles System, das das Kampfpotenzial des Aggressors erhöht und die Sicherheit vor Ort untergräbt.

Kontext und Signal an Partner

Der Fall fügt sich in ein breiteres Bild der Rechenschaftsziehung gegenüber Vertretern prorussischer Kräfte ein: In den letzten Jahren wurden in der Ukraine und außerhalb weitere Verfahren gegen Kreml-Günstlinge und Kollaborateure eingeleitet. Das zeigt deutlich, dass ukrainische Strafverfolgungsbehörden und internationale Partner Liefer- und Finanzierungsstränge aufdecken, die den Krieg nähren.

Was das für die Ukraine bedeutet

Die eigentliche Gefahr liegt nicht nur im Umfang der sichergestellten Waffen, sondern im Mechanismus ihrer Legalisierung und Umwandlung. Die Folge ist ein erhöhtes Eskalationsrisiko vor Ort, die Bewaffnung illegaler Formationen und ein wachsender Markt für geschmuggelte Waffen.

Fazit: Der Erfolg der Operation hängt von der Fortsetzung der internationalen Koordination, der Verschärfung der Kontrolle über den zivilen Waffenverkehr in Nachbarländern und der gerichtlichen Aufarbeitung ab. Solange die strafrechtlichen Maßnahmen Entschlossenheit zeigen, besteht die nächste Etappe in der rechtlichen Perspektive und präventiven Maßnahmen an den Grenzen.

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