Trump fordert Europa auf, „sich auf den Krieg gegen Russland zu konzentrieren, nicht auf Grönland“ — Risiken für die transatlantischen Beziehungen und die Ukraine

Das NBC-Interview von Donald Trump wirft erneut die Frage auf: Untergraben Zolldrohungen und seine Rhetorik die Einheit der Alliierten in einem für die Ukraine entscheidenden Moment? Wir analysieren, was gesagt wurde, warum das wichtig ist und welche Folgen möglich sind.

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Was Trump sagte

In einem Interview mit NBC News forderte der ehemalige und potenzielle US-Präsident Donald Trump die Europäer auf, «sich auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu konzentrieren» und nicht auf Fragen rund um Grönland. Auf die Frage, ob er bereit sei, Gewalt anzuwenden, um die Insel zu erobern, antwortete er: «Kein Kommentar». Zur Möglichkeit von Zöllen gegen europäische Länder im Zusammenhang mit dem Druck auf Grönland sagte Trump, er werde in diese Richtung „zu 100 %“ vorgehen. Die Informationen zu diesen Äußerungen stammen von NBC News.

"Kein Kommentar"

— Donald Trump, Interview mit NBC News

Was um Grönland und die Zölle passiert

Am 17. Januar 2026 kündigte Trump die Absicht an, Zölle gegen Verbündete im Zusammenhang mit der Frage Grönlands einzuführen. Das ist nicht nur Rhetorik: In europäischen Institutionen wurde über die Möglichkeit gesprochen, den Prozess zur Ratifizierung eines Handelsabkommens zwischen der EU und den USA zu stoppen. Am 18. Januar veröffentlichten acht europäische Staaten eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Tarifdrohungen kritisierten.

"Tarifdrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen"

— Gemeinsame Erklärung acht europäischer Staaten, 18. Januar 2026

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Erklärung ist einfach: In der großen Politik ist die Einheit der Partner eine Ressource. Wenn die Aufmerksamkeit der Verbündeten auf bilaterale Streitigkeiten oder auf Meinungsverschiedenheiten über wirtschaftliche Instrumente gelenkt wird, verringert das den politischen und materiellen Druck auf den Aggressor. Analysten für transatlantische Sicherheit warnen, dass eine Eskalation von Handelskonflikten die Koordination von Lieferungen, Sanktionen und militärischer Hilfe erschweren kann, die für die Sicherheit der Ukraine von entscheidender Bedeutung sind.

Folgen und Szenarien

Es gibt drei realistische Risiken: erstens kann die Verschärfung des Handelskonflikts zu politischer Erschöpfung unter europäischen Führungskräften führen; zweitens können Verzögerungen bei der Unterzeichnung von Abkommen die wirtschaftliche Unterstützung und Logistik erschweren; drittens schafft eine Rhetorik, die gewaltsame Absichten gegenüber Territorien rechtfertigt, einen unangenehmen Präzedenzfall in den internationalen Beziehungen.

Was als Nächstes zu tun ist

Die Ukraine und ihre Partner sollten den Fokus auf zwei Aufgaben richten: den Schutz der operativen Koordination materiell-technischer Hilfe und die Arbeit an der Wiederherstellung von Vertrauen in den transatlantischen Institutionen. Das bedeutet mehr transparente Kommunikation zwischen den Hauptstädten und klare Signale, dass Sicherheitsfragen handelsbezogenen Spekulationen übergeordnet sind.

Kurz: Trumps Worte sind nicht nur eine politische Geste, sondern ein potenzielles Risiko für eine geschlossene Antwort auf die Aggression Russlands. Nun sind die europäischen Führungskräfte und Institutionen am Zug: Werden sie dem Druck standhalten oder zulassen, dass handelspolitische Argumente die einheitliche Strategie zur Unterstützung der Ukraine schwächen?

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