Abkommen über Arktis und Atlantik als Mittel zur Beilegung des Streits um Grönland — was das für die Sicherheit Europas und der Ukraine bedeutet

Der Präsident Litauens schlägt in einem Reuters‑Interview vor, die Verantwortung für die Sicherheit der Arktis und des Nordatlantiks zwischen der EU und den USA aufzuteilen — als Instrument zur Deeskalation rund um Grönland und als Mittel, die transatlantische Aufmerksamkeit wieder auf die russische Aggression zu lenken.

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Kurz: Schlussfolgerung und Bedeutung

In einem Gespräch mit Reuters rief der litauische Präsident Gitanas Nausėda zu einer Vereinbarung zwischen Europa und den USA über gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit der Arktis und des nordatlantischen Raums auf. Seiner Ansicht nach könnte dies ein Weg sein, die Spannungen um Grönland zu lösen und die Ablenkung zu verringern, die derzeit dem Kreml in die Hände spielt.

Was genau Nausėda sagte

"Das beste Ergebnis wäre einfach, sich auf eine gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit der Arktisregion und des nordatlantischen Raums zu einigen. Ist das erreichbar? Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, in diese Richtung zu gehen, denn das ist der beste Weg."

— Gitanas Nausėda, Präsident Litauens

Reuters zufolge warnt Nausėda: der Wirbel um Grönland lenkt von Russlands Krieg gegen die Ukraine ab und untergräbt die Einheit der NATO. Er bezeichnet den gegenwärtigen Moment als „kritisch“ und meint, dass Länder, die noch an der Unterstützung der Ukraine zweifeln, die strategischen Risiken dieses Vorgehens verstehen müssen.

Kontext: Äußerungen Washingtons und Europas

Im Januar dieses Jahres äußerte sich der US-Präsident zu Grönland — am 9. Januar deutete er an, er könne die Wahl zwischen dem Besitz der Insel und dem Fortbestand der NATO stellen, und am 19. Januar riet er den Europäern, sich auf den Krieg mit Russland zu konzentrieren (Quelle: Reuters). Am 20. Januar legte der finnische Präsident mehrere Szenarien zu Grönland vor, darunter eines, das als potenzielle „militärische Übernahme“ bezeichnet wurde.

Diese Signale verstärken die Besorgnis in Europa: Selbst wenn keine unmittelbare militärische Bedrohung besteht, erschüttern diplomatische Rhetorik und öffentliche Spekulationen bereits das Vertrauen zwischen den transatlantischen Partnern.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Eine Vereinbarung über die Aufteilung der Verantwortung für den arktischen und nordatlantischen Raum ist nicht nur eine Frage der Geographie. Für die Ukraine geht es um die Prioritäten der Partner: Wird der Kampf gegen die russische Aggression im Zentrum der transatlantischen Politik bleiben, oder wird er durch neue regionale Streitigkeiten an den Rand gedrängt?

Nach Nausėda könnte es 10–15 Jahre dauern, bis Europa einen größeren Teil der Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen kann. Bis dahin ist es von zentraler Bedeutung, die gemeinsame Aufmerksamkeit und Unterstützung zugunsten der Ukraine aufrechtzuerhalten.

Was als Nächstes — Prognose

Eine transatlantische Vereinbarung ist möglich, doch dafür sind zwei Dinge erforderlich: der politische Wille der USA und die diplomatische Konsequenz Europas. Analysten betonen, dass Erklärungen in Mechanismen zur Verteilung von Aufgaben, Ressourcen und Verantwortung überführt werden müssen – andernfalls bleibt das Risiko bestehen, dass der Streit zu einem langfristigen Problem wird.

Die Frage für die Partner und für die Ukraine ist einfach: Wird es gelingen, den geografischen Konflikt zu einem konstruktiven Thema der transatlantischen Agenda zu machen — und wird das ausreichen, um den Fokus auf die Bekämpfung der russischen Aggression zu bewahren?

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