Russlands Frühjahrskampagne ist gescheitert — statt einer großangelegten Offensive greift Russland zu Infiltrationen und Sturmangriffen

Selenskyj: Die Russen führen keine groß angelegte Offensive durch, aber sie ändern ihre Taktik. Wir analysieren, warum das für die Verteidigung der Ukraine wichtig ist und wie sich das auf die Frontlinie auswirken wird.

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Володимир Зеленський (Фото: Офіс президента)

Was der Präsident sagte

Bei einem Treffen mit Journalistinnen und Journalisten teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass der für den Frühling geplante großangelegte Vorstoß der russischen Kräfte nicht stattgefunden habe. Seiner Darstellung nach haben sich die Kampfhandlungen an der Front verändert – statt flächendeckender Durchbrüche setzt der Gegner auf Infiltrationen und lokale Angriffe, die durch ständigen Druck an verschiedenen Abschnitten gestützt werden sollen.

"Wenn ich unser militärisches Kommando zitiere: Die Frühjahrskampagne der Russen ist bereits gescheitert. Weil sie für Anfang des Frühlings voll geplant war... Daher gibt es bei ihnen keine groß angelegte Operation, obwohl sie an verschiedenen Teilen der Front mit der Taktik des Eindringens und mit ständigen Stürmen trotzdem zu agieren versuchen. Unsere Kämpfer vernichten sie."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine (Korrespondentin von LIGA.net)

Was das an der Front bedeutet

Der Übergang zu kleineren, aber häufigeren Angriffen verändert die Prioritäten: für die Verteidigung sind nicht nur Panzer und Artillerie wichtig, sondern auch Aufklärung, der Aufbau mobiler Reserven, Pionierhindernisse und Logistik für die schnelle Verstärkung kritischer Abschnitte. Nach Angaben des Präsidenten bestehen weiterhin Bedrohungen in folgenden Bereichen:

  • Запорізькому напрямку,
  • Покровському,
  • Гуляйпільському,
  • Південному,
  • und es gibt auch mögliche Versuche, nach Куп'янськ in der Oblast Charkiw zurückzukehren.

Kontext und Bestätigung

Diese Einschätzung stimmt mit Signalen internationaler Medien und Analysten überein. So merkte Bloomberg im Februar an, dass die russische Mobilmachung die Verluste nicht kompensiere und der Kreml sich auf den Donbass oder Запоріжжі konzentrieren könnte. Frühere Aussagen des Präsidenten selbst (3. und 6. März) dokumentierten ebenfalls eine Stagnation des russischen Potenzials und die Vorbereitung lokaler Schläge.

Folgen und Prognose

Kurzfristig bedeutet das, dass die Front an Schlüsselstellen angespannt bleiben wird, das Risiko eines gleichzeitigen Durchbruchs jedoch gesunken ist. Langfristig wird der Krieg fragmentierter: weniger große Schlachten, mehr Serien von lokalen Zusammenstößen, was die Rolle von Aufklärung, Luftabwehr und effizienter Logistik stärkt. Der sozioökonomische Druck auf die Russländische Föderation zusammen mit den Verlusten verringert ihre Fähigkeit zu einem großangelegten Angriff in den kommenden Monaten.

Fazit

Ein großangelegter Frühjahrsvorstoß ist ausgeblieben – das ist jedoch kein Grund zur Entspannung. Die wichtigste Aufgabe für die Ukraine jetzt: operative Flexibilität bewahren, Aufklärungs- und Versorgungssysteme ausbauen und die internationale Unterstützung in konkrete einsatzfähige Lieferungen umsetzen. Ob das für einen nachhaltigen Vorteil reicht – das ist eine Frage für das Kommando und die Partner.

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