In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Absprachen
Laut Reuters hat die Europäische Kommission eine offizielle Erklärung veröffentlicht, in der sie vollständige Klarheit über das weitere Vorgehen der USA nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 20. Februar fordert, das die Mehrheit der Zölle der Trump-Administration für rechtswidrig erklärte. Diese Klarheit sei nötig, um die Vorhersehbarkeit des transatlantischen Handels nicht zu untergraben.
Offizielle Position Brüssels
Die Kommission betonte, dass die gegenwärtige Unsicherheit nicht zu dem «fairen, ausgewogenen und beidseitig vorteilhaften» Handel beiträgt, auf den sich die Parteien in der Gemeinsamen Erklärung vom August 2025 geeinigt hatten. Brüssel erwartet von den USA die Einhaltung der zuvor eingegangenen Verpflichtungen, denen auch die EU selbst nachkommt.
"Ein Abkommen ist ein Abkommen. Als größter Handelspartner der Vereinigten Staaten erwartet die EU, dass die USA ihre in der Gemeinsamen Erklärung niedergelegten Verpflichtungen erfüllen, genauso wie die EU ihre Verpflichtungen einhält"
— Europäische Kommission (offizielle Erklärung)
Die Kommission betonte außerdem, dass europäische Waren bevorzugt behandelt werden sollten und keine Zollerhöhungen über die vereinbarte Grenze hinaus stattfinden dürften.
Kurz: Chronologie der letzten Schritte
- 20. Februar — Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte die Mehrheit der Zölle der Trump-Administration für rechtswidrig (Quelle: Reuters).
- Gleichzeitig teilte der US-Handelsbeauftragte mit, dass Zölle gegen China und bestimmte branchenspezifische Abgaben in Kraft bleiben.
- Die US-Administration kündigte neue globale Zölle an, einige Sätze wurden ab dem 24. Februar für 150 Tage von 10 % auf 15 % erhöht; gleichzeitig werden weitere Beschränkungen angekündigt.
- Das Abkommen vom letzten Jahr sah einen Satz von 15 % für die meisten Waren aus der EU und Nullzölle für einige Kategorien (z. B. Flugzeuge und Ersatzteile) vor, und die EU zog die Drohung mit Gegenzöllen zurück.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Die Unsicherheit über die Handelsregeln zwischen den USA und der EU erschwert den Wettbewerb auf Drittmärkten, auf denen ukrainische Exporteure gemeinsam mit europäischen Lieferanten konkurrieren. Schwankende Zölle und unvorhersehbare Beschränkungen steigern die Logistikkosten, erschweren die Finanzplanung und hemmen Investitionen — was sich während des Krieges besonders stark auswirkt.
Außerdem ist die Stabilität transatlantischer Regeln wichtig für die Integration der Ukraine in europäische Lieferketten: klare Vereinbarungen verringern die Risiken für Partner und erhöhen die Attraktivität von Investitionen in unsere Produktionskapazitäten.
Was als Nächstes — kurze Analyse
Fachkreise sind sich einig, dass jetzt nicht nur Positionsbekundungen entscheidend sind, sondern die Ausdetaillierung: Zeitpläne, Anwendungsbereiche und Mechanismen zur Streitbeilegung. Ohne diese besteht die Gefahr einer Eskalation von Handelsstreitigkeiten, die die Lieferketten treffen und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Region schwächen.
Für die Ukraine ist es wichtig, die Entwicklung der Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington zu beobachten — und nach Möglichkeiten zu suchen, ihre Rolle in den Lieferketten zu festigen, in denen vorhersehbare Handelsregeln den Interessen unserer Exporteure dienen. Nun sind die Partner am Zug: Werden sie die Erklärungen in konkrete Mechanismen übersetzen, die die Stabilität der Märkte schützen?