Terroranschlag in Lwiw: Tatverdacht erhoben, Selenskyj beschuldigt Russland – was bedeutet das für die Sicherheit im Hinterland?

Die Tatverdächtige wurde festgenommen, eine Polizistin ist gestorben, die Behörden sprechen von einer russischen Organisation. Wir beleuchten die Chronologie, die offiziellen Versionen und was das für die öffentliche Sicherheit bedeutet.

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Підозрювана у вчиненні теракту у Львові (Фото: Офіс генпрокурора)

Kurz

Die Strafverfolgungsbehörden teilten mit, dass ihnen der Tatverdacht wegen der Begehung eines Terrorakts im Zentrum von Lwiw in der Nacht zum 22. Februar vorliegt. Opfer wurde eine 23-jährige Polizeibeamtin, 25 Menschen wurden verletzt. Der Präsident macht Russland für die Organisation verantwortlich; die Ermittlungen dauern an.

Was passiert ist

Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts ist die Beschuldigte eine 33-jährige Einwohnerin von Kostopil in der Oblast Riwne, die seit September vorübergehend in Lwiw lebte. Ihr werden ein Terrorakt mit Todesfolge und der unerlaubte Umgang mit Waffen zur Last gelegt. Die Höchststrafe lautet auf lebenslange Freiheitsstrafe mit Vermögenskonfiskation. Die Staatsanwaltschaft bereitet einen Antrag auf Haft ohne Kautionsmöglichkeit vor.

Ablauf der Ereignisse

Die offizielle Chronologie des Vorfalls, die das Büro des Generalstaatsanwalts veröffentlicht hat:

→ zwischen 23:00 und 23:30 Uhr legte die Beschuldigte in der Danylysha-Straße, Haus 20 zwei selbstgebaute Sprengsätze;

→ gegen 00:30 Uhr ging beim Notruf 102 aus der Oblast Charkiw ein Anruf ein mit der Information über ein angebliches Eindringen in ein Geschäft in dieser Straße; die Identität des Anrufers wurde ermittelt;

→ bei Eintreffen der ersten Streife kam es zur ersten Explosion, nach der Ankunft der zweiten — zu einer weiteren;

→ die Beschuldigte verließ den Tatort mit einem Taxi; es gibt die Version, dass einer der Sprengsätze ferngesteuert zur Detonation gebracht wurde;

→ sie wurde in Staryj Sambir in der Region Lwiw festgenommen; bei Durchsuchungen wurden Sachbeweise sichergestellt, die Ermittlungen dauern an.

Offizielle Stellungnahmen

"Derzeit laufen bei der Festgenommenen Ermittlungsmaßnahmen. An ihren Wohn- und Aufenthaltsorten wurden Durchsuchungen durchgeführt. Beweise für rechtswidrige Aktivitäten wurden sichergestellt."

— Büro des Generalstaatsanwalts

"Die Ausführenden wurden über Telegram rekrutiert. Die Organisation des Terrorakts ist russisch... Es braucht mehr Schutz für die Menschen."

— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Kontext und Folgen

Präsident und Strafverfolgungsbehörden bringen den Vorfall mit einer russischen Organisation in Verbindung und verweisen auf die Nutzung von Messengern zur Rekrutierung. Das passt in die breitere Erzählung, dass Russland bestrebt sei, das Hinterland zu destabilisieren und Angst in der Zivilbevölkerung zu säen. Die Behörden verweisen bereits auf Erfahrungen bei der Verhinderung ähnlicher Vorfälle, betonen jedoch die Notwendigkeit schneller Reaktion und Koordination.

Wie es weitergeht

Die Ermittlungen müssen alle Rekrutierungskanäle und Verbindungen der Beschuldigten klären, eine mögliche Beteiligung russischer Ansprechpartner bestätigen oder ausschließen und den Mechanismus der Detonation aufklären. Die Behörden fordern, die Wachsamkeit in den Gemeinden zu erhöhen und die Arbeit lokaler Sicherheitsstrukturen zu intensivieren.

Experten und Strafverfolger weisen darauf hin, dass die Antwort auf solche Herausforderungen eine Kombination aus operativer Arbeit der Sicherheitsdienste, strafrechtlicher Verfolgung und ziviler Wachsamkeit ist. Kurzfristig ist die zentrale Aufgabe, die Ermittlungen abzuschließen und eine belastbare Beweisgrundlage vorzulegen; mittelfristig geht es darum, die Möglichkeiten für Rekrutierungen und Sabotageakte im Hinterland zu verringern.

Fazit

Dieser Fall ist nicht nur ein krimineller Vorfall, sondern auch ein Test für die Fähigkeit von Staat und Gesellschaft, sich gegen hybride Bedrohungen zu wappnen. Von den Ergebnissen der Ermittlungen hängt ab, wie schnell Antworten auf Fragen zu den Organisatoren und der Mechanik des Angriffs gefunden werden — und damit, wie effektiv die Prävention ähnlicher Straftaten in Zukunft sein wird.

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