Kurz: warum das für Sie wichtig ist
Die Aussage von Präsident Wolodymyr Selenskyj verlagert den Fokus von „einzelnen Lieferungen“ auf einen systemischen Transfer von Wissen und Technologien, der die Bedrohung für ukrainische Städte und Infrastruktur verlängert. Es geht nicht nur um einzelne Raketen – es geht um die Fähigkeit des Feindes, Angriffe wiederherzustellen und auszuweiten.
Was Selenskyj sagte
„Ich verrate Ihnen eine Sache: Als die ersten ‚Schahads‘ gestartet wurden – es gab keine russischen Operatoren. Es gab Operatoren eines anderen Landes, aus dem die ‚Schahads‘ kamen, und sie haben sie (die Russen) im realen Krieg ausgebildet.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Der Präsident erklärte außerdem, dass der Iran zwei Jahre vor der großangelegten Invasion etwa 150.000 Artilleriegeschosse an Russland geliefert habe, und Nordkorea sechs bis sieben Millionen Geschosse. Zudem hätten die Iraner angeblich Raketen mit Lizenzen sowie die ersten Kampfdrohnen im August 2022 geliefert.
Quellenbestätigung
Diese Behauptungen stimmen mit einer Reihe offener und öffentlicher Quellen überein: Bloomberg berichtete über Verkäufe des Iran von Raketen im Wert von fast 3 Mrd. US‑Dollar, und Geheimdienstberichte aus dem Juli 2025 wiesen darauf hin, dass Teheran direkte Lieferungen von „Schahads“ eingestellt habe, aber weiterhin technische Unterstützung für deren Herstellung leiste. Analysten und Kommentatoren, darunter Experten des Zentrums für Nahoststudien, betonen in einem Interview mit LIGA.net, dass es verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Lage in der Region gibt, die sich unterschiedlich auf die ukrainische Sicherheit auswirken werden.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Es gibt drei zentrale Auswirkungen:
- Technologietransfer: Wenn der Gegner nicht nur Waffen kauft, sondern Technologien erlernt, bedeutet das einen langfristigen Wiederaufbau des Schlagpotenzials innerhalb Russlands.
- Umfang der Lieferungen: Hunderttausende von Granaten und Millionen von Geschossen aus Nordkorea deuten auf ein großes logistisches Netzwerk hin, das abgeschaltet werden muss – nicht nur durch punktuelle Sanktionen, sondern durch umfassende Aufklärung und internationalen Druck.
- Diplomatische Dimension: Genehmigungen zur Nutzung von Basen in Rumänien und jede Zunahme der Präsenz von Partnern (Begleitung, Aufklärung, Luftverteidigung) verändern die Risikobilanz und bieten zusätzliche Möglichkeiten zum Schutz der Ukraine.
„Jegliche zusätzlichen US‑Kräfte stärken das Land“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Wie es weitergeht: praktische Schlussfolgerungen
Partnerländer müssen die Daten und Aussagen in drei konkrete Schritte überführen: den Austausch von Geheimdienstinformationen verstärken, die Lieferung von Luftverteidigungs- und Anti‑Drohnen‑Systemen beschleunigen und gezielt die Versorgungsketten für Komponenten und technische Unterstützung blockieren. Für die Ukraine bedeutet das eine Priorisierung von Ressourcen – von der Aufklärung bis zur Mobilisierung von Anti‑Drohnen‑Lösungen in den Städten.
Zusammenfassung
Die Äußerung Selenskyjs betont nicht mehr nur den operativen Aspekt der Bedrohung, sondern auch den strategischen – den Transfer von Wissen und Produktionskapazitäten. Die Frage an die Partner lautet nun: Werden internationale Beweise und öffentliche Erklärungen in konkrete Maßnahmen umgesetzt, die die Fähigkeit des Gegners beschränken, Angriffe wiederherzustellen? Davon hängt in kurz‑ und mittelfristiger Perspektive viel ab.