Leonardos zwei Flammen: wie die Kessel von Mailand–Cortina 2026 Kunst und Ingenieurwesen verbinden

Das gleichzeitige Entzünden und Erlöschen zweier olympischer Flammen — ein technischer Gestus mit kultureller Signalwirkung. Wir analysieren, was genau die Organisatoren damit zeigen und warum das außerhalb der Showbühne wichtig ist.

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Organisationskomitee „Mailand–Cortina–2026“ stellte das Design der olympischen Kessel vor, inspiriert vom künstlerischen Erbe Leonardo da Vincis. Das berichtet AP; der Beitrag wurde von UNN nachgedruckt. Die wichtigste technische Neuerung — erstmals in der Geschichte der Spiele werden zwei Flammen gleichzeitig entzündet und erloschen in zwei verschiedenen Städten: in Mailand und Cortina d'Ampezzo.

Design und Mechanik: Schönheit in Bewegung

Die Kessel haben die Form einer Sonne und sind mit einem Mechanismus ausgestattet, der es ihnen erlaubt, sich zu öffnen und zu schließen: der Durchmesser der Konstruktion verändert sich von 3,1 auf 4,5 Meter. Die olympische Flamme wird in einem speziellen Glas‑Metall‑Behälter im Sockel der Struktur untergebracht. In Mailand soll der Kessel beim Arco della Pace aufgestellt werden, in Cortina auf dem Platz Dibona.

„Das Design vereint ingenieurtechnische Perfektion und das kulturelle Gedächtnis der Stadt, in der Leonardo seine Schlüsselwerke geschaffen hat“,

— Organisationskomitee Mailand–Cortina–2026

Kalender und Öffentliches Programm

Die Zeremonie zur gleichzeitigen Entzündung der Flammen findet am 6. Februar statt, sie werden am 22. Februar erlöschen. Die Kessel werden während der Paralympischen Spiele wieder in Betrieb sein — vom 6. bis 15. März. Für die Bewohner und Gäste Mailands ist am städtischen Kessel eine abendliche Lichtshow vorgesehen: stündlich dauert die Vorführung bis zu fünf Minuten.

Warum das mehr ist als ein spektakuläres Element der Zeremonie

Auf den ersten Blick — Szenografie. Aber synchronisierte Flammen in verschiedenen Städten sind eine technische Lösung mit symbolischer Bedeutung: Sie betont die Idee der Einheit eines Raums, in dem Sport und Kultur einander verstärken. Für das Publikum in der Ukraine ist es eine Chance zu sehen, wie große europäische Veranstaltungen das Image des Kontinents in einer Epoche geopolitischer Prüfungen beeinflussen.

Experten für kulturelle Diplomatie und städtebauliche Projekte weisen darauf hin, dass solche visuellen Lösungen oft als Instrument der Soft Power dienen — sie formen Assoziationen, die länger im Gedächtnis bleiben als einzelne Berichte. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die visuelle Show zu zeigen, sondern sie auch mit einem Programm und Inhalten zu füllen: mit Auftritten, Begegnungen und Initiativen, die unterschiedliche Zielgruppen einbinden.

Nun die Frage an die Organisatoren und Partner: Werden sie diese Kessel zu einer Plattform für einen nachhaltigeren kulturellen Dialog machen, insbesondere mit Ländern Osteuropas, oder belassen sie sie lediglich als einen eindrucksvollen Abschnitt der Zeremonie?

Quellen: AP (nachgedruckt von UNN), offizielle Pressemitteilung des Organisationskomitees Mailand–Cortina–2026.

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